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„Das kleine Ich bin Ich” – Mira Lobe September 15, 2008

Posted by besue in Kinder- & Jugendbücher, Kinder- und Jugendbücher.
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Mira Lobe - Das kleine Ich bin Ich

Auf der bunten Blumenwiese geht ein kleines Tier spazieren. Es ist kunterbunt und froh wie die Maus im Haferstroh, bis… Bis zu jenem verhängnisvollen Tage, als ein kleiner grüner Laubfrosch vor des kleinen bunten Tiers Füße hüpft und dasselbige danach fragt, wer es eigentlich ist. Das kleine bunte Tierchen hatte sich bis dato keine Gedanken darüber gemacht, immerhin wurde es auch nie durch solch eine plumpe Frage aus den Gedanken gerissen. Es überlegt natürlich eine Weile, aber als sie schließlich gestehen muss, nicht zu wissen „wer” es eigentlich ist, bekommt sie eine weniger nette Antwort präsentiert.

Der grüne Geselle quakt neunmalklug:

„Wer nicht weiß, wie er heißt, wer vergisst, wer er ist, der ist dumm. Bumm.”

Und wie es eben sein muss, glaubt sich das kleine Tierchen verloren und versucht nun mit aller Macht herauszufinden, „wer” es denn ist. Es begibt sich auf eine lange Reise und begegnet da auch allerlei Getier. Und obgleich es nicht leugnen kann, dass es gewisse Ähnlichkeiten gibt, ist keines dabei, das ihm wie die Faust aufs Auge gleicht.

Da trifft es etwa auf die Pferdemutter mit ihrem Kind und glaubt schon, ein Pferd zu sein, immerhin hat sie auch solch eine schicke Pony-Fransen-Frisur, aber seine kleinen Stampferbeinchen passen nicht so recht zu den Pferdestelzen, wohl eher aber zu einem Nilpferd, aber das hat ja wohl keine Dackelohren.

So stromert das kleine bunte Tier weiter und gelangt auch mal zum arroganten Papagei, der beinahe von der Stange fällt, als ihm das Tier mit Pony-Fransen, Stampferbeinchen, Dackelohren und kariertem Fell fragt, ob es denn ein Papagei sein könnte.

Nachdem die Zeit vergeht und das kleine Tier niemanden findet, der ihm gleicht, sondern immer nur welche, die besonders verschieden sind, fragt es sich, ob es denn nun wirklich gar niemand sei?

„Nur ein kleiner Irgendeiner?”

Während es schon fast der Verzweiflung nahe ist, schaltet sich zum Glück die Vernunft ein, denn es ist doch wer, ein dackelohriges auf Stampferbeinen durchs Leben gehendes kariertes Tier mit Pony-Fransen Frisur, oder kurz:

ein „Ich bin Ich”

Fazit:

Mira Lobe als Autorin und Susi Weigel als Illustratorin ist es gelungen, ein besonders schwieriges Thema auf sehr unkonventionelle Art zu lösen. Und es ist gerade richtig, dass das 1972 geborene „Ich bin Ich” auch heutzutage noch in so manchem Kinderzimmer auftaucht. Oder gibt es eine schönere nettere Möglichkeit, den kleinen Erdenbürgern zu zeigen, dass sie nicht nur „irgendwer” sondern jemand besonderes und einzigartiges sind?

Denn schon auf der erste Seite erkennt man gleich, dass das kleine bunte Tierchen nicht ein „Irgendeiner” sein kann, es hebt sich von der Masse ab und ist ein „wer” oder eben ein „Ich bin Ich”. Natürlich ist es schwer, bis dass man so etwas selbst entdeckt und so machte sich sicherlich schon so mancher von uns auf den Weg, um herauszufinden, wer er denn ist. Aber bekam er denn die richtigen Antworten von anderen? Nein, wie das kleine „Ich bin Ich” stießen wir alle sicherlich auf Zurückweisung, Spott und manchmal eben auch auf Hilfsbereitschaft. Und während wir dann am Schluss beinahe verzweifeln mochten, kam dann doch irgendwie die Erkenntnis, dass man jemand ist und nicht etwa nur ein „Irgendjemand”.

Ein wunderschönes Buch mit wunderbaren Illustrationen aus dem besonderem Gespann bestehend aus Mira Lobe und Susi Weigel, das einfach in keinem Bücherregal fehlen darf.

Und besonders wunderbar ist die quietschknallpinke Bastelanleitung auf den Umschlagsseiten, mit der es jedem leicht gelingt, ein kleines persönliches „Ich bin Ich” in die Welt zu setzen.

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