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„Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens“ – François Lelord August 19, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
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Hector und Hector - François Lelord

Hector und Hector - François Lelord

Wenn über die verständliche Erklärung der Geschichte der Philosophie und eben jener selbst gesprochen wird, bleibt Jostein Gaarders Roman aus dem Jahre 1991 selten bis nie unerwähnt.
„Sofies Welt“, im norwegischen Original „Sofies verden“ genannt, ist eigentlich für ältere Kinder gedacht, fand jedoch auf der ganzen Welt bei den erwachsenen Lesern ebenso großen Anklang.

Nun wird sich der aufmerksame Leser bemühen, sich zu fragen, was denn Sofie aus Norwegen mit Hector aus Frankreich und somit Philosophie mit Psychologie so gemein hätten. Nun, natürlich sind es eigentlich zwei Paar Schuhe, aber das Erfolgsrezept ist dennoch dasselbe.

Wenn nämlich ein Autor fähig ist, Theorien, Motive, Erklärungen, Grundsätze,…. zu einem Gebiet, das man normalerweise nur in einem jahrelangen Studium erfasst, so zu verpacken, dass es für den Leser verständlich ist und wird und er der Geschichte auch gerne und leicht folgen kann, dann geht der Kuchen ohne zusätzliches Backtriebmittel (wie etwa PR-Trommel,…) auf.
Und diesen Erfolg dürfen sich Sofie und Hector nun doch auf irgendeine Weise teilen.

Inzwischen hat die Hector Reihe ja Zuwachs bekommen und zwar

„Hector und [Petit] Hector und die Geheimnisse des Lebens“

Über den Autor und über das Buch:
Aber welcher kluge Kopf steckt eigentlich hinter Maman, Papa Hector und Petit Hector?
Es ist der 1953 in Paris geborene François Lelord, der nach dem Studium der Medizin und Psychologie und der Ausübung dieser Berufe nun eben auch zur Schriftstellerei gefunden hat.
Und mit diesem literarischen Schaffungsprozess gelang es ihm auch Hector zu erschaffen.

Hector, einen Psychologen und Intellektuellen, der bis August 2009 in den folgenden 3 Romanen
* Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück – ISBN: 3-492-04528-6;
* Hector und die Geheimnisse der Liebe – ISBN: 3-492-04741-6;
* Hector und die Entdeckung der Zeit – ISBN: 3-492-04936-2
;
– alle drei im Piper-Verlag erschienen
sein Unwesen trieb bzw. seine Weisheiten an den Leser zu bringen versuchte.

Nun also bekommt diese erfolgreiche Reihe Nachwuchs – und niemand geringerer als eben Hectors Sohn (Petit) Hector darf nun auf kindlich naive und doch weltoffene und treffende Art und Weise die Geheimnisse des Lebens (mit dem großen L) lüften.

Wer auf solch großartige Lektionen, wie aus dem Buch „Hectors Reise“ hofft, man nehme hier etwa die bekannte und oft zitierte „Lektion 12″:

Glück ist schwieriger in einem Land, das von schlechten Leuten regiert wird.

mag eventuell sogar ein wenig enttäuscht sein, wenn er stattdessen etwa

Die Religion kommt von den Eltern, also ist es kein Verdienst, die beste abgekriegt zu haben.
(Kapitel: „Petit Hector und die Religionen“

oder

Eine kleine Schwester zu kriegen, das ist wie auf der Autobahn – man weiß nicht, ob es schön wird oder nicht.
(Kapitel: „Petit Hector und die Straße des Lebens“)

zu lesen bekommt. Wobei natürlich die Treffsicherheit und der wahre Kern außer Frage steht. Man nehme hier etwa diese beiden Beispiele:

Ein Traum funktioniert vor allem im Traum.
(Kapitel: „Petit Hector macht einen Traum nicht wahr“)

Wir sind alle Brüder, aber das ist schwer zu begreifen, sogar für die Weißen.
(Kapitel: „Petit Hector und das Wort des Herrn“)

Und gerade die Art, die Welt durch die Augen eines kleinen Jungen neu zu entdecken, der selbige von den Großen erklärt bekommt, macht den besonderen Charme dieses Hector-Bandes aus.
Denn wie sonst hätte es dem Autor gelingen können, auf solch kindliche, weltoffene und einfühlsame Art und Weise das zu beschreiben, was für uns alltäglich ist – das Leben.

Gerade weil ein Kind alles mitbringt, was ein Erforscher des großen L des Lebens benötigt, können Dinge aus einem anderen und doch selben Blickwinkel betrachten werden als gewöhnlich.
Sozusagen ein Außenseiter auf seinem Weg in die Mitte erklärt das, was wir schon längst in uns aufgenommen haben bzw. haben sollten:
Moral, Ethik, Gleichheitsgrundsatz, Religionsfreiheit, Persönlichkeit, Nächstenliebe,…

Diese doch alltäglichen Begriffe werden einfach und auf herrlich kindliche wie komische Weise erklärt.

Fazit:
Als Fan und treuer Leserin der gesamten Hector Reihe gelingt es mir hier sicherlich erst recht nicht objektiv zu urteilen. Ich empfehle daher jedem, sich ein eigenes Bild zu machen und hoffe, dass es bei einigen von euch eventuell ebenso großen Anklang findet, wie bei mir.

Ein einziges kleines Manko gibt es noch. Ich hätte mir doch bei einer Umschlaggestaltung in Deutschland doch gewünscht, dass auf einen Schrifttyp zurückgegriffen wird, der das scharfe s kennt. Denn „grosse“ und „Fuss“ tun mir doch ein wenig in den Augen weh.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Le voyage d’Hector ou la recherche du bonheur
  • ISBN: 978-3-492-05167-5
  • VERLAG: Piper Verlag GmbH
<strong><a href=“http://www.piper-verlag.de/media/0000457879.jpg“><img class=“         “ style=“margin: 5px;“ title=“Hector und Hector – François Lelord“ src=“http://www.piper-verlag.de/media/0000457879.jpg“ alt=“Hector und Hector – François Lelord“ width=“120″ height=“199″ /></a></strong>

Hector und Hector - François Lelord


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