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„Operation Red Jericho“ – Joshua Mowll August 9, 2009

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Operation Red Jericho - Joshua Mowll

"Operation Red Jericho" - Joshua Mowll

Über den Autor:

Über Joshua Mowll erfährt man nicht viel mehr, als er bereit ist über sich preis zu geben. So umfasst seine in seinem ersten Buch „Operation Red Jericho“ preisgegebene Autobiographie wohl nicht sein ganzes Leben. Sein Augenmerk legt er in diesem Moment vor allem auf seine Internatszeit in einem lt. seiner Aussage „zugigen, düsteren alten Kasten“. Mitunter durchlebte er seine Jungendzeit, wie jeder andere Junge auch – mit Schule, musikalischen Interessen und ein bisschen Spaß. Letzteres machte ihm vor allem der Kunstunterricht, weshalb er Grafikdesign in Canterbury und Ipswich studierte und nun schließlich als Grafiker bei einer großen Sonntagszeitung arbeitete. Neben seiner Berufstätigkeit gelang es ihm auch sein erstes Buch zu schreiben.

Über das Buch:

Der Autor selbst wird im Jahre 2002 Erbe des Archivs seiner Tante Rebecca. In dem unterirdischen Gemäuern unter ihrem Wohnhaus findet Joshua Mowll zahlreiche interessante Dokumente die ihn auf eine uralte Geheimgesellschaft aufmerksam machen. Die Honourable Guild of Specialists steht in direktem Zusammenhang mit einem Abenteuer, das Joshuas gute alte Tante Rebecca und ihr Bruder, sohin sein Onkel Douglas, im Jahre 1920 in Shanghai und rund um den Gewässern selbiger damaligen Metropole erlebt haben.

Becca und Doug werden nach Verschwinden ihrer Eltern von einem Verwandten zum nächsten gereicht, wobei die Schuld wohl doch immer mehr bei den beiden Rabauken zu suchen ist, um schlussendlich auf dem Forschungsschiff Expedient zu landen, wo ihr Onkel Fitzroy MacKenzie die Aufgabe des Kapitäns über hat. Mit den beiden an Bord kommt auch der brillante Wissenschaftler Luc Chambois, der scheinbar mehr als nur ein Geheimnis mit sich trägt.

An Bord des Forschungsschiffes begeben sie sich nun auf eine geheime Mission, die sie zuerst zu einer versunkenen Dschunke im südchinesischen Meer führt. In diesem Wrack, auf welchem sich auch einmal Luc Chambois – wenn auch nur über kürzere Zeit – aufgehalten hat, befindet sich möglicherweise ein mysteriöser Stoff namens Zoridium. Und genau selbige „Tochter der Sonne“ und die Neugierde der beiden bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten und schlussendlich auch noch in größte Gefahr und somit in die Hände des berühmt berüchtigten wie auch gefährlichen Piraten Sheng-Fat.

Das Buch wartet nicht nur mit der Geschichte, die hinter „Operation Red Jericho“ steckt, auf, sondern es beinhaltet nebst zahlreichen Tagebucheintragungen Rebeccaus und Douglas’ Skizzen auch vertrauliche Unterlagen wie etwa Pläne, Zeichnungen, Fotos und vieles mehr.

Fazit:

Die Geschichte selbst entwickelt sich zum Ende hin in ein sehr aufregendes Piratenabenteuer, das voller Pulverdampf, Kriegsgeschrei,… dahingaloppiert und somit auch den letzten Leser noch mitreißt. Natürlich bin ich, die ich selbst der Zielgruppe seit etwas mehr als 5 Jahren entwachsen bin, wohl doch etwas weniger mitgerissen worden, als es wohl die jungen Leser werden. Denn obgleich sich zahlreiche technische und sohin auch komplizierte Begriffe und Passagen im Buch befinden, können diese mit dem gleichen Entdeckergeist, wie er Rebecca und Douglas eigen ist, schnell umschifft werden.

Insgesamt hat diese Buch bzw. diese Reihe „Die Gilden Chronik“ nicht zu unrecht zahlreiche Preise abgeräumt – u.a. etwa den „Poppy Red Award for Innovation in Children’s Books„.

Zu Dougs Skizze DMS 2/83 auf Seite 247 sei nur rasch angemerkt, dass unter Sis sehr wohl „Sister“ also seine Schwester Rebecca zu verstehen ist und nicht, wie fälschlich übersetzt wurde, Xi.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Operation Red Jericho
  • ISBN: 978-3-7915-1360-7
  • VERLAG: Cecile Dressler Verlag

Weiters bereits auf Deutsch erschienen: Band 2 – Die Gilden Chronik: Operation Taifun

„Submarino“ – Jonas T. Bengtsson Juli 19, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
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Submarino - Bengtsson

Submarino - Bengtsson

Über das Buch:

Die Geschichte findet ihren Anfang in der Erinnerung an einen Bruder, den man verloren hat und nie wieder finden kann, weil er für immer gegangen ist.

Schon mit diesem Prolog wird klar, dass man hier nichts von einer heilen Welt voller Friede, Freude und Eierkuchen lesen wird, sondern von Menschen, die zu ertrinken drohen und nur mit Mühe den Kopf über Wasser halten können.

Wie auch Nick, ein Bodybuilder – sofern dies als Berufsbezeichnung gelten kann – und Exhäftling in der kalten grauen Welt des Stadtrandes von Kopenhagen. Nickt, der von so vielen Menschen verfolgt wird, sodass er viel zu wenig Schlaf, aber dafür viel zu viel Hasch, Alkohol und polnische, griechische,… Zigaretten bekommt.

Und dennoch mag es ihm nie gelingen, vor der Vergangenheit weg zu laufen, egal wie viele Kilometer er pro Tag zurück legt und wie durchnässt er in sein kleines Zimmer in einem heruntergekommenen Wohnheim zurück kommt.

Dort besuchen sie ihn beinahe täglich, die Geister seiner Vergangenheit – Gesichter, die an der Decke schweben, sich neben ihm ins Bett legen und ihn an vieles erinnern, was er eigentlich vergessen möchte; an seine Mutter, seinen kleinen namenlosen Bruder, an Ana…..

Aber auch während des Tages steckt sein Leben voller Begegnungen. So ist da etwa Sofie, seine alkoholsüchtige Nachbarin und Mutter des kleinen Tobias, der bei seinem Vater wohnt oder Ivan, der kleine Bruder von Ana, Nicks geliebter Ana, der nun auf der Straße lebt.

Und auf der anderen Seite ist da Nicks älterer Bruder, ein alleinerziehender, drogensüchtiger Vater. Vater des kleinen Michaels, den er niemals verlieren möchte und weshalb er immer mit einer großen Angst lebt.

Gemeinsam verbindet Nick und seinen Bruder, die Vergangenheit. Und sie ist es auch, die sie eines Tages einholt – als ihre Mutter stirbt – ihnen für einen Moment die Hoffnung auf einen Neuanfang schenkt, bevor das Leben wieder über beide einstürzt.

Fazit:

Das Buch liest sich wie Tagebücher unterschiedlicher Personen – 2er Brüder, die mit ihrem Schicksal leben (müssen) und deren Leben immer wieder mit anderen zusammenprallen.

Mir scheint ob der düsteren Schilderungen, der scheinbar verlorenen Protagonisten und der ebenso einsamen Randgestalten, dass niemals die Sonne über Dänemark scheint, sondern beständig dichte Regentropfen auf Kopenhagen niederprasseln und versuchen, etwas wegzuwaschen, vor dem man doch nie weglaufen kann.

Insgesamt ein düsteres, verworrenes Buch, voller Zeit- und Raumsprüngen, dem man sich nur mit Bedacht annähern sollte, bevor man hineingezogen wird, in eine verworrene düstere Welt in Kopenhagen.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Submarino
  • ISBN: 3-608-50105-3
  • VERLAG:  Klett-Cotta;  Tropen Literatur

„Neunzehn Minuten“ – Jodie Picoult Juli 5, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
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Neunzehn Minuten - Jodie Picoult

Neunzehn Minuten - Jodie Picoult

Es fällt schwer, über dieses Buch eine Rezension zu verfassen, denn es beschäftigt sich nicht nur mit einer schrecklichen Tat, sondern polarisiert Menschen auf der ganzen Welt. Nachfolgend findet man meine persönlichen Eindrücke zu diesem Buch, die vielleicht nicht die Qualität besitzen, die dem Buch gerecht werden würden:

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Über die Autorin:
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Die Autorin, deren voller Name Jodi Lynn Picoult lautet, wurde am 19. Mai 1966 auf Long Island (New York) geboren. Nach dem Studium (Kreatives Schreiben) an der Princeton Universität erwarb sie einen Master-Grad in Pädagogik an der Harvard Universität.
Und vielleicht ist es gerade diese Kombination an Fähigkeiten und Ausbildungen, die sie zu einer geeigneten Schriftstellerin machen, um dieses Buch zu schreiben:

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Über das Buch:
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Die Autorin Jodie Picoult beschreibt in diesem fiktiven Roman eine Tragödie.:
Peter Houghton ist ein Außenseiter und fühlt sich/wird durch seine Mitschüler schon seit seinem ersten Schultag an gehänselt. Er fühlt sich von Kindesbeinen an missverstanden. Ein Gefühl, das sich in unbändige Wut gipfelt, die ihn veranlasst, mit vier Waffen in die Sterling High School zu gehen, um auf die zuvor auserwählten und die anderen Mitschüler zu schießen.

„Schon“ nach 19 Minuten ist diese Bluttat vorbei. Doch der Schüler-Amoklauf bricht wie ein Tsunami über so viele Menschen herein, sodass nach 19 Minuten längst noch nicht alles vorbei ist, sondern vieles gerade erst angefangen hat.

Mit viel Gespür führt Jodie Picoult alle Protagonisten in die Geschichte ein. Sie beschränkt sich so nicht nur auf die 19 Minuten dauernde Bluttat, sondern beleuchtet auch die Kindheit des Attentäters und zeigt auf, wie das Leben so vieler Menschen auf solch unterschiedlicher Weise verknüpft war und nun durch diese schreckliche Tat neu verbunden ist.

Der Leser bekommt somit nicht nur Einblick in die Psyche des Täters, sondern erfährt die Erlebnisse und all ihre Zusammenhänge aus mehreren Perspektiven vieler einzelner Protagonisten. Unter anderem sind da auch noch Peters Eltern, Lacy und Lewis Houghton, welche alle Momente der Vergangenheit auseinander nehmen um zu begreifen, wo alles ihren Anfang genommen hat. Und dann wäre da auch noch Alex, Josie Cormiers Mutter, die als Richterin das Urteil über Peter zu fällen hat, was sich mehr und mehr als schweres Unterfangen entpuppt. Denn wie soll es jemanden gelingen, noch objektiv zu bleiben, wenn die eigene Tochter beinahe selbst zum Opfer geworden wäre, wenn einzig und alleine scheinbar nur zwei Worte – „leben lassen“ – darüber entschieden haben, dass Josie noch lebt.
Natürlich wird die Geschichte auch aus der Perspektive von Josie erzählt, jenem Mädchen, das soviel verloren hat – unter anderem ihrer Erinnerung. Oder kann sie sich sogar noch an etwas erinnern?

Kurzum das Buch hat viel Tiefgang und die Worte der Autorin klingen noch nach, wenn man das Buch längst wieder ausgelesen zur Seite gelegt hat. So sorgt gerade die Tatsache, dass die Geschichte so beängstigend realistisch ist (einzig und allein das Ende kommt Hollywood nahe), für eine unangenehme Gänsehaut.

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Fazit:
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An dieses Buch ging ich in 19 Minuten-Schritten heran, nicht etwa, weil es mir besonders passend erschien, sondern weil es genau jener Zeitraum ist, den ich jeden Tag zweimal in öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin.
Und gerade diese zeitlich begrenzte Lesemöglichkeit half mir durch das Buch. Denn man sollte sich doch etwas Zeit nehmen, um den Kloß wieder vergehen zu lassen und auch um das Gefühl der Gänsehaut nicht mehr länger zu spüren.
Vielleicht ist es kein Buch für die späten Abend- oder gemütliche Lesestunden, insgesamt ist aber ein sehr lesenswertes Stück Literatur.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Nineteen Minutes
  • ISBN: 3-492-05080-7
  • VERLAG:  Piper