„Warten auf Oho“ – Robert Rankin September 17, 2008
Posted by besue in Romane und Schmöker, Science Fiction, Fantasy & Horror.Tags: Fantasy & Horror, Gott, Science Fiction, Tod
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Manchmal befindet sich der Autor auf der Suche nach einem geeigneten Titel, aber so sehr er sich auch in die Arbeit stürzt, so sehr er auch versucht, und alles daran setzt, einen besonders originellen und witzigen Titel aus dem Hut zu zaubern, gelingt es ihm einfach nicht, und so bleibt ihm nur mehr eine Möglichkeit – einen bereits existierenden zu adaptieren und sicht nicht einmal die Mühe machen, es zu leugnen. Der Titel von Robert Rankins Roman ist ein offener Abklatsch von Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“
Was macht also Robert Fleming Rankin aus?
Geboren im Jahre 1949 in ‘Parson Green’, London, verbrachte Robert Rankin die erste Zeit seines Lebens nicht mit dem Schreiben, sondern wartete geduldig bis zur Volljährigkeit (den 1960er Jahren), bevor er sich ans Werk machte. Grund könnte hierfür ein Besuch in einer nahen Kneipe gewesen sein, wo er eventuell auf solch sonderbare Gestalten getroffen ist, dass er es/sie unbedingt für die Nachwelt festhalten wollte.
Dies könnte wirklich gut möglich gewesen sein, gibt er doch offen zu, dass er seine Inspiration meist in diversen Kneipen findet.
Wenn Robert Rankin einmal seine Freizeit nicht mit dem Herumlungern in Kneipen oder dem Schreiben von neuen Romanen verbringt, schustert er an seinem Lebenlauf herum – eine der wenigen bekannen Tatsachen ist, dass er in jungen Jahren das Studentenvolk um einen Zähler anstiegen ließ, als er Grafik an der Kunstschule Ealing studierte - und übte so 39 verschiedene Berufe, die zumindest, sollten sie nicht stimmen, für genügend Stoff bei der Autobiografie sorgen werden, aus.
Anmerkung am Rande:
Nicht nur mit dem Buch „Warten auf Oho“ hat er seinen Bezug zu Gott gefunden, gelegentlich tritt er auch mit seiner Band „The Rock Gods“ auf.
Zum Buch:
Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf, kratzen sich und gehen ins Bad. Und irgendwie ist alles anders, abgedreht, eigenartig, unvorstellbar verändert, eigentlich total verschieden zu gestern, wobei sich grundsätzlich nicht viel geändert hat. (Vor allem wenn Sie Atheist sind). Es ist nur eines passiert – Gott ist tot.
Wobei das am Beginn der Geschichte noch gar nicht der Fall ist, da ist er nämlich ein quicklebendiger Geselle, der sich trotz einer „prächtigen“ Frau auch mit anderen Vertreterinnen des schönen Geschlechts vergnügt.
Und genau das ist der Grund, weshalb sich der legendäre Privatdetektiv und Schnüffler Lazlo Woodbine an seine Fersen heften darf, denn Gottes Frau Eartha heuert ihn an, den kleinen Schürzenjäger dingfest zu machen.
Aufgrund der Tatsache, dass der Schnüffler – im Übrigen unterstützt von einem sprechendem Blumenkohl, der es sich in seinem Kopf gemütlich gemacht hat – wirklich vom Weltklasseformat – weshalb man gerne auch darüber hinweg sieht, dass er einen kleinen Beschützer zwischen den Ohren beheimat- ist, gelingt es ihm leicht, Gott in seiner menschlichen Gestalt ausfindig zu machen.
Jedoch ist es der gehörnten Frau nicht mehr möglich, ihrem Göttergatten die Leviten zu lesen, denn er stirbt einen blutigen Tod in einer Seitengasse.
Als ob das nicht schon Schande genug für diese göttliche Familie ist, vermacht der Allmächtige auch einen einst an seine Frau verschenkten Planeten – man erahnt es schon, die Erde ist gemeint – an seinen Sohn, einem Taugenichts, der nur davon profitiert hat, dass Herr Papa nun das Zeitliche gesegnet hat.
Dies ist Grund genug, sich auf des Rätsels Lösung zu machen und herauszufinden, welches Spiel hier gespielt ist, was für gefiederte Wesen – keine Vögel – ihr Unwesen auf der Erde treiben und was ein Relokalisator namens Icarus, der sich gerne in einem Barbierladen herumtreibt, mit dem ganzen Geschehen zu tun hat.
Fazit:
Robert Rankin versucht es wieder einmal – nach seiner Elvis-Reihe und all den anderen humoristischen Parodien – und haut gewaltig auf dem Putz. An machen Stellen mag dies zu hart ausfallen, und schon ein wenig bröckeln aber insgesamt hält das Buch, was es verspricht – eine total verquere und beinahe schon zu durchgeknallte Story.
Mein Schutzengelblumenkohl und ich haben aber – zugegebenermaßen – ein paar Tränen gelacht.
