jump to navigation

„Verbrechen“ – Ferdinand von Schirach September 4, 2009

Posted by besue in Biografien & Erinnerungen, Krimis & Thriller, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , , , , , ,
1 comment so far

Verbrechen - Ferdinand von Schirach

"Verbrechen" - Ferdinand von Schirach

Eine unbequeme Wahrheit?

Das Leben ist nicht perfekt, geschweige denn sind es wir. Hier tummeln sich nicht nur brave Menschen und Pazifisten, sondern auch Ungeheuer, die wir uns zum Teil selbst geschaffen haben.
Und nein, das soll jetzt keine „sagenumwobene“ relgiöse These sein, sondern eben jene aufgreifen, die irgendwann einmal einen schlauen Kopf verlassen hat: „Wir sind das Produkt unserer eigenen Handlungen und die der anderen.“

Und somit, stecken wohl zum Teil wir alle hinter dem Dilemma. Im Normalfall kann Otto Normalbürger sein Leben unbeirrt und keineswegs schuldbewusst weiter fortsetzen, weil er vom Leben eben jener, die durch das „Netz gefallen sind“ und den Beweggründen dieser, verschont bleibt.
Und selbst in Büchern taucht der Leser meist auf der anderen Seite auf und ist eher darauf bedacht, sie zur Strecke zu bringen, als Mitleid und ein kleines Fünkchen Verständnis für sie aufzubringen.

Am 17. August 2009 war es wieder soweit, ein neues Stück Literatur, das gerade diese Schattenseiten beleuchten will, trat seine Reise an und traf am 25. August 2009 endlich bei mir ein:

Verbrechen von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach ist Rechtsanwalt. Das merkt man sogleich oder spätestens dann, wenn man seinem Namen der Suchmaske eines der vielen Portale anvertraut. Schon in kürze ist man also davon in Kenntnis gesetzt, dass der im Jahre 1964 in München geborene Autor weiß, wovon er schreibt. Denn die hier geschriebenen Kurzgeschichten mögen zwar seiner Feder entstammen, seiner Fantasie jedoch nicht.

Herr Ferdinand von Schirach offenbart dem Leser zahlreiche traurige wie schlimme Schicksale, die ihm im Laufe seiner Tätigkeit als Verteidiger begegneten. Dass sein Ziel dabei immer das gleiche ist, ist wohl verständlich, immerhin ist es sein Job, für seinen Mandanten den Freispruch oder zumindest mildere Strafen zu erkämpfen. Doch nebenbei erfährt man auch, dass so mancher, der vielen Beschuldigten doch mal mehr als nur ein Fünkchen Menschlichkeit an sich hat und als solcher oftmals sogar unschuldig sein kann.

Fazit:

Obgleich als nüchtern und trocken beschrieben, sind die hier zu findenden Geschichten mehr als nur kurze und prägnante Zusammenfassungen von fesselnden Kriminalromanen, sie sind das Leben, und als solche besonders viel wert und besonders bewegend.

Insgesamt ein Buch, das man nicht unbedingt in einem „Abwasch“ lesen braucht, doch wohl oftmals schon tun wird.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Verbrechen
  • ISBN: 978-3-492-05362-4
  • VERLAG: Piper Verlag

„Hector und Hector und die Geheimnisse des Lebens“ – François Lelord August 19, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , ,
add a comment
Hector und Hector - François Lelord

Hector und Hector - François Lelord

Wenn über die verständliche Erklärung der Geschichte der Philosophie und eben jener selbst gesprochen wird, bleibt Jostein Gaarders Roman aus dem Jahre 1991 selten bis nie unerwähnt.
„Sofies Welt“, im norwegischen Original „Sofies verden“ genannt, ist eigentlich für ältere Kinder gedacht, fand jedoch auf der ganzen Welt bei den erwachsenen Lesern ebenso großen Anklang.

Nun wird sich der aufmerksame Leser bemühen, sich zu fragen, was denn Sofie aus Norwegen mit Hector aus Frankreich und somit Philosophie mit Psychologie so gemein hätten. Nun, natürlich sind es eigentlich zwei Paar Schuhe, aber das Erfolgsrezept ist dennoch dasselbe.

Wenn nämlich ein Autor fähig ist, Theorien, Motive, Erklärungen, Grundsätze,…. zu einem Gebiet, das man normalerweise nur in einem jahrelangen Studium erfasst, so zu verpacken, dass es für den Leser verständlich ist und wird und er der Geschichte auch gerne und leicht folgen kann, dann geht der Kuchen ohne zusätzliches Backtriebmittel (wie etwa PR-Trommel,…) auf.
Und diesen Erfolg dürfen sich Sofie und Hector nun doch auf irgendeine Weise teilen.

Inzwischen hat die Hector Reihe ja Zuwachs bekommen und zwar

„Hector und [Petit] Hector und die Geheimnisse des Lebens“

Über den Autor und über das Buch:
Aber welcher kluge Kopf steckt eigentlich hinter Maman, Papa Hector und Petit Hector?
Es ist der 1953 in Paris geborene François Lelord, der nach dem Studium der Medizin und Psychologie und der Ausübung dieser Berufe nun eben auch zur Schriftstellerei gefunden hat.
Und mit diesem literarischen Schaffungsprozess gelang es ihm auch Hector zu erschaffen.

Hector, einen Psychologen und Intellektuellen, der bis August 2009 in den folgenden 3 Romanen
* Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück – ISBN: 3-492-04528-6;
* Hector und die Geheimnisse der Liebe – ISBN: 3-492-04741-6;
* Hector und die Entdeckung der Zeit – ISBN: 3-492-04936-2
;
– alle drei im Piper-Verlag erschienen
sein Unwesen trieb bzw. seine Weisheiten an den Leser zu bringen versuchte.

Nun also bekommt diese erfolgreiche Reihe Nachwuchs – und niemand geringerer als eben Hectors Sohn (Petit) Hector darf nun auf kindlich naive und doch weltoffene und treffende Art und Weise die Geheimnisse des Lebens (mit dem großen L) lüften.

Wer auf solch großartige Lektionen, wie aus dem Buch „Hectors Reise“ hofft, man nehme hier etwa die bekannte und oft zitierte „Lektion 12″:

Glück ist schwieriger in einem Land, das von schlechten Leuten regiert wird.

mag eventuell sogar ein wenig enttäuscht sein, wenn er stattdessen etwa

Die Religion kommt von den Eltern, also ist es kein Verdienst, die beste abgekriegt zu haben.
(Kapitel: „Petit Hector und die Religionen“

oder

Eine kleine Schwester zu kriegen, das ist wie auf der Autobahn – man weiß nicht, ob es schön wird oder nicht.
(Kapitel: „Petit Hector und die Straße des Lebens“)

zu lesen bekommt. Wobei natürlich die Treffsicherheit und der wahre Kern außer Frage steht. Man nehme hier etwa diese beiden Beispiele:

Ein Traum funktioniert vor allem im Traum.
(Kapitel: „Petit Hector macht einen Traum nicht wahr“)

Wir sind alle Brüder, aber das ist schwer zu begreifen, sogar für die Weißen.
(Kapitel: „Petit Hector und das Wort des Herrn“)

Und gerade die Art, die Welt durch die Augen eines kleinen Jungen neu zu entdecken, der selbige von den Großen erklärt bekommt, macht den besonderen Charme dieses Hector-Bandes aus.
Denn wie sonst hätte es dem Autor gelingen können, auf solch kindliche, weltoffene und einfühlsame Art und Weise das zu beschreiben, was für uns alltäglich ist – das Leben.

Gerade weil ein Kind alles mitbringt, was ein Erforscher des großen L des Lebens benötigt, können Dinge aus einem anderen und doch selben Blickwinkel betrachten werden als gewöhnlich.
Sozusagen ein Außenseiter auf seinem Weg in die Mitte erklärt das, was wir schon längst in uns aufgenommen haben bzw. haben sollten:
Moral, Ethik, Gleichheitsgrundsatz, Religionsfreiheit, Persönlichkeit, Nächstenliebe,…

Diese doch alltäglichen Begriffe werden einfach und auf herrlich kindliche wie komische Weise erklärt.

Fazit:
Als Fan und treuer Leserin der gesamten Hector Reihe gelingt es mir hier sicherlich erst recht nicht objektiv zu urteilen. Ich empfehle daher jedem, sich ein eigenes Bild zu machen und hoffe, dass es bei einigen von euch eventuell ebenso großen Anklang findet, wie bei mir.

Ein einziges kleines Manko gibt es noch. Ich hätte mir doch bei einer Umschlaggestaltung in Deutschland doch gewünscht, dass auf einen Schrifttyp zurückgegriffen wird, der das scharfe s kennt. Denn „grosse“ und „Fuss“ tun mir doch ein wenig in den Augen weh.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Le voyage d’Hector ou la recherche du bonheur
  • ISBN: 978-3-492-05167-5
  • VERLAG: Piper Verlag GmbH
<strong><a href=“http://www.piper-verlag.de/media/0000457879.jpg“><img class=“         “ style=“margin: 5px;“ title=“Hector und Hector – François Lelord“ src=“http://www.piper-verlag.de/media/0000457879.jpg“ alt=“Hector und Hector – François Lelord“ width=“120″ height=“199″ /></a></strong>

Hector und Hector - François Lelord

„Bis ans Ende aller Tage“ – Jodie Picoult August 15, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , ,
add a comment

Bis ans Ende der Welt - Jodie Picoult

"Bis ans Ende der Welt" - Jodie Picoult

„Bis der Tod uns scheidet.“ Diese magischen Worte sollten zu Anbeginn der Zeitrechnung verdeutlichen, dass man den Bund der Ehe für die Ewigkeit geschmiedet hat. Nun, was aber, wenn der Tod bereits dann vor der Tür steht und anklopft, wenn man noch gar nicht verheiratet ist? Was tun, wenn man einen letzten und gefährlichen Wunsch für den Menschen erfüllen soll, den man von tiefstem Herzen liebt?

Über das Buch:

Der Bund von Christopher Harte und Emily Gold scheint bereits in der Wiege geschmiedet geworden zu sein. Chris und Emily haben alles miteinander erlebt, die Jahre im Sandkasten, die Entdeckung der eigenen Sexualität und die des anderen,… Gemeinsam suchten sie sich Antworten auf die Fragen, die ihre Eltern nicht geben können bzw. die sie gegenüber ihren Eltern nie auszusprechen wagen würden.

Es wundert daher niemanden, am Wenigsten ihre Eltern, als die beiden Unzertrennlichen den nächsten Schritt wagen und aus ihrer innigen Freundschaft die erste und einzige große Liebe wird. Doch obgleich alles im Reinen scheint und das Glück scheinbar perfekt, kommt es zu einer alles zerstörenden Tragödie: Emily ist tot, Chris schwer verletzt.
Die Eltern stehen nun vor den Scherben des jungen Glücks und vor denen des eigenen Lebens. Als Chris verhaftet wird, ist es mit der Freundschaft zwischen den Familien vorbei. Man kämpft nun wieder für sich alleine.

Und sucht die Antwort auf die Frage – hat Chris Emily bei jener Schreckenstat bloß beigestanden, oder hatte gerade er den Finger auf dem Abzug? Und kann jemals wieder Normalität einziehen?

Mehr über die Autorin erfährt ihr beim ersten von mir von ihr gelesenen Buch: Neunzehn Minuten

Fazit:

Wie viel Unglück verträgt das glückliche und gesunde Leben zweier Familien? Welche Möglichkeiten gibt es mit dem so schrecklichen Verlust klar zu kommen? Und ist man stark genug für die Wahrheit?
Jodie Picoult haucht auch dieses Mal jeder Romanfigur Leben ein und kreiert auf den Seiten unterschiedliche Charaktere, die unterschiedlich mit der Situation umgehen.
Insgesamt ein Buch rund um das Zerbrechen von Freundschaft, jungem Glück und jahrelanger Ehe und darüber, ob das, was zerbrochen wurde, wieder gekittet werden kann.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: The Pact
  • ISBN: 978-3-4922-4830-3
  • VERLAG: Piper Verlag GmbH

„Beim Leben meiner Schwester“ – Jodie Picoult August 5, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , ,
2 comments
Beim Leben meiner Schwester - Jodie Picoult

Beim Leben meiner Schwester - Jodie Picoult

Nichts ist schwieriger, als eine Entscheidung über Leben und Tod zu fällen. Denn das Leben eines anderen sollte immer unantastbar und unverletzbar bleiben und die Entscheidung darüber, wann der Vorhang nach dem Schlussakt fällt, sollte wohl durch Höheres bestimmt sein.
Nur leider ist dem nicht so. Der Tod lauert überall, scheinbar jederzeit bereit, seine Krallen in jemanden zu schlagen. Auch in Kate Fitzgeralds Fall ist er schon beachtlich nahe. Sie hat Leukämie und zwar akute Promyelozytenleukämie kurz APL. Aber im Gegensatz zu den vielen anderen Erkrankten hat sie ein besonderes „Ersatzteillager“ – ihre dreizehnjährige Schwester Anna. Anna ist/war ein „Designerbaby“, in einem Reagenzglas einzig zum Zweck gezeugt um ihrer älteren Schwester die Heilung zu verschaffen, die bislang trotz zahlreicher Versuche der Ärzte ausblieb.

Bereits kurz nach Ihrer Geburt wurden Anna Nabelschnurstammzellen entnommen und seither kam es immer wieder zu immer größeren Eingriffen, die ihrer Schwester Kate jedes Mal über kurze oder längere Zeit Besserung verschafften. Doch nun, nun hat dieses Ersatzteillager förmlich geschlossen.

Niemand in ihrer Familie hätte je gedacht, dass sich gerade Anna, geboren um ihre Schwester am Leben zu halten, als der Todesengel entpuppt. Anna tritt für ihr Recht ein, selbst und frei über ihren Körper zu verfügen. Nicht länger möchte sie das sein, was sie glaubt zu sein und worin sie ihre einzige Existenzberechtigung sieht – das Ersatzteillager ihrer Schwester. Und Anna ist bereit für ihr Recht zu kämpfen – sogar vor Gericht.

Sie wendet sich an den Rechtsanwalt Campbell Alexander und ist bereit, alles zu tun, damit er ihren Fall übernimmt – sei es auch Klinkenputzen. Und der an Epilepsie erkrankte Anwalt, der ständig neue Ausreden findet, um seine Erkrankung und die Existenz seines Servicehundes Judge zu erklären, sei es nun Farbblindheit, einseitige Taubheit oder dergleichen, ist wirklich bereit, Anna zu ihrem Recht zu verhelfen. An seine Seite wird Julia Romano als einstweiliger Vormund gestellt. Und gemeinsam versuchen die beiden, wie auch Annas Familie zu ergründen, wie ernst es dem Mädchen mit dem Antrag ist.

Zum Ende hin erlebt der Roman noch eine überraschende Wendung. Dreht wie ein Balletttänzer noch einmal eine Pirouette, bevor ein Vorhang über eine Geschichte voller Mitgefühl aller Beteiligten fällt. Mrs. Picoult beweist auch mit diesem Stück ihr Können und haucht jeder Romanfigur Leben ein. Jede von ihnen nimmt einen besonderen Platz im Leben ein und manchmal ist es ein ganz anderer als vermutet wird.

Fazit:
Wie hoch der Wert eines Menschen ist, kann wohl niemals so recht berechnet werden. Denn eine einzige Zahl reicht nicht aus, um den ganzen Menschen zu erfassen. Der Roman wird aus mehreren Perspektiven erzählt und alle erleben die harte Probe aus anderen Blickwinkeln. Dadurch gelingt es der Autorin besonders gut, alle ethischen Gesichtspunkte zu berücksichtigen, wenn auch zum Ende keine endgültige Antwort auf die ethischen Fragen gegeben werden kann.

Prädikat tief bewegend und äußerst lesenswert.

Mehr über die Autorin erfährt ihr beim ersten von mir von ihr gelesenen Buch: Neunzehn Minuten

Stattdessen möchte ich aber noch auf die am 27. August 2009 in den deutschen Kinos startende und von Nick Cassavetes („Wie ein einziger Tag“) inszenierte Verfilmung mit Cameron Diaz in der Rolle der Mutter Sara Fitzgerald, Jason Patric als Vater Brian, dem großen Schauspieltalent Abigail Breslin als Anna und Sofia Vassilieva in der Rolle der kranken Kate hinweisen. Des weiteren haben Evan Ellingson die Rolle des Sohn Jesse und Alec Baldwin die Rolle des Anwalts Campbell Alexander über.
Nähere Informationen hierzu findet ihr auf der Filmwebsite: „My Sister’s Keeper – Beim Leben meiner Schwester“

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: My Sister’s Keeper
  • ISBN: 978-3-492-26266-8
  • VERLAG: Piper Verlag GmbH

Demnächst erscheint von Jodie Picoult: Das Herz ihrer Tochter (September 2009)

„Rendezvous mit einem Mörder“ – J.D. Robb August 2, 2009

Posted by besue in Krimis & Thriller, Romane und Schmöker, Science Fiction, Fantasy & Horror.
Tags: , , , , , , ,
add a comment

Rendezvous mit einem Mörder - J.D.Robb

"Rendezvous mit einem Mörder" - J.D.Robb

Über die Autorin:
Während die einen von euch, bei der Erwähnung des Namens „J.D. Robb“ die Augen bis in die Höhlen verdrehen, sind wohl die anderen gerade dabei vor Entzückung zu seufzen, während manche noch wagen zu behaupten, sie würden diese Person nicht kennen. Spätestens bei der Erwähnung des Namens „Nora Roberts“ und der beiläufigen Anfügung, dass es sich bei J.D. Robbs um niemand anderen als die eben genannte erfolgreiche Romance-Autorin handelt, wird jedoch für die nötige Aufklärung sorgen und die Leserschaft endgültig in zwei Lager spalten.
J.D. Robbs heißt somit nicht anders als Eleanor Marie Robertson und ist somit niemand anderer als die bekannte Autorin Nora Roberts, die mitunter auch die Pseudonymen Jill March und Sarah Hardesty benutzt.
Nachdem diese Dame mehr als nur bekannt – nämlich auch geliebt oder verabscheut ist – möchte ich nur ein weiteres Detail hinzufügen, nämlich, dass jedes ihrer Bücher seit 1999 ein New-York-Times Bestseller war.

Über das Buch:
Schon auf den ersten Seiten offenbart sich etwas überraschendes. Hierbei handelt es sich um einen Science-Fiction-Krimi (der mittlerweile der erste Teil eine weit mehr als 10-teiligen Romanreihe ist) rund um Eve Dallas. Einer Lieutnant der New Yorker Polizei in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Längst sollten die bei uns bekannten Handfeuerwaffen der Vergangenheit angehören. Zumindest war das bisweilen so und die restlichen Objekte sind vielmehr welche der Begierde geworden und landen meist in den Sammlungen von betuchten Männern. Doch dieses Mal wandte ein grausamer Serienmörder wieder diese Art von Tötung an. Er tötete eine Prostituierte mittels dreier Schüsse und prophezeite, dass noch 5 weitere folgen werden.
Alle Indizien führen nun zum Milliardär Roarke, der nicht einmal zu verschweigen versucht, dass er ein Faible für die alten Handfeuerwaffen hat und sohin ein ganzes Arsenal sein eigen nennt.
In dieser Welt, in der Kaffee mittlerweile aufgrund der Regenwaldabholzung ein besonders rares Produkt ist, versucht nun Eve Dallas den Mörder zu finden und verliebt sich auch noch in ihren besten Verdächtigen – niemand anderen als Roarke.

Fazit:
Nun, allgemein bekannt ist der Warnhinweis, dass man mit einem Buch von Nora Roberts entweder großer Fan wird oder aber für immer abgeneigt wäre. In diesem Fall trieb mich der Roman, der nur oberflächlich an einem guten Krimi kratzt in das Lager der „Neider bzw. Ablehner“. Die Geschichte vermisst allzu viel an Tiefgang und vor allem wird viel zu sehr dem Geplänkel und Liebesspiel von Dallas und Roarke die Aufmerksamkeit gewidmet, als dass es möglich war, den Mörder ein bisschen länger versteckt zu lassen. Nachdem aber in diesem Fall der Täterkreis ziemlich klein ist, ist das Geheimnis bei einem aufmerksamen Leser schon in Kürze gelüftet.
Wem jedoch der Sinn nach Selbstgeißelung steht bzw. nach lockerer nicht allzu tiefer Literaturkost, sei das Buch empfohlen. Natürlich kann man von einem Kauf schon deswegen absehen, da, wie ich feststellen musste, zumindest eine aus dem Bekanntenkreis meist Nora Roberts Anhängerin ist bzw. auch in der kleinsten Gemeinde die Auswahl von Nora-Roberts-Büchern in Bibliotheken überraschend groß ausfällt.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Naked in Death (01 Death)
  • ISBN: 3-442-37018-4
  • VERLAG: blanvalet – Verlagsgruppe Random House Bertelsmann

„SOS, Jeeves“ –Sir Pelham Grenville Wodehouse Juli 21, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , ,
add a comment
„SOS, Jeeves“ –Sir Pelham Grenville Wodehouse

„SOS, Jeeves“ –Sir Pelham Grenville Wodehouse

Jeder von uns könnte jemanden wie Jeeves gut gebrauchen. Jemanden, der gut butlert, aber doch keiner ist, sondern ein „Gentlemans Gentleman“, also jemand der mit Rat und Tat zur Seite steht und auch über viele weitere Qualitäten mehr verfügt – wie etwa die Tatsache, dass er seine Gesichtszüge und seine Mimik besonders gut im Griff hat.

Aber wenn jemand Jeeves ganz besonders braucht, dann ist das Betram Wooster – ein britischer Gentleman, der sich mehr oder weniger selbstständig in allerhand schwierige Situationen manövriert.

Diesmal ist der Schauplatz zum zweiten Mal Totleigh Towers, Sitz und Heim des Sammlers Sir Watkyn Basset, seiner gefühlsduseligen Tochter Madeline, ihrem Verlobten Gussie Fink-Nottle (ein Fisch auf zwei Beinen), Stiffy Byngs – der Nichte von Sir Watkyns – und Madelines beißwütigen Scotchterrier Bartholomew. Und eigentlich würde unser lieber Geck Bertie Wooster diesen Ort weit umfahren und nie wieder einen Fuß in das Anwesen setzen, wenn er nicht zu einem Feldzug aufbrechen müsste, um den Sprung in der Laute der Verlobung von Madeline und Gussie zu flicken. Natürlich ist alles wieder dabei den Bach hinunter zu gehen bzw. sich nicht so zu entwickeln, wie es sich unser britischer Herr wünscht. Aber zum Glück naht in der noch so schlimmsten Seenot Hilfe in Form des Butlers Jeeves.

Fazit:
Oft zitiert ist die Tatsache, dass sich die Struktur der Geschichten von „Plum“ immer wieder wiederholen. Man sprach derweil sogar von einem Ei, das einem anderen immer ähneln bzw. gleichen würde. Dennoch ist das nicht weiter schlimm, warum auch. Wenn man ein Erfolgsrezept hat, kann man dies auch öfters mal den gleichen Herren/Kritikern kredenzen und muss sich nicht gleich vor einer schlimmen Rezension fürchten.

Über den Autor:
Sir Pelham Grenville Wodehouse alias PG Wodehouse alias Plum wurde im Jahre 1881 in Guildford, Surrey geboren und verlies nach zahlreichen Romanreihen (zB Blandings-Castle, Jeeves & Bertram, Psmith) – insgesamt handelt es sich um über neunzig Erzählungen – am 14. Februar 1975 die Welt. Vor allem die Romane über Bertram Wooster und seinen Gentlemans Gentleman Jeeves machten ihn in der ganzen Welt aufgrund der TV-Verfilmungen mit Stephen Fry und Hugh Laurie in den Hauptrollen bekannt.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Stiff upper lipp, Jeeves
  • ISBN: 3-518-45839-6
  • VERLAG:  Suhrkamp

„Neunzehn Minuten“ – Jodie Picoult Juli 5, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , , ,
5 comments
Neunzehn Minuten - Jodie Picoult

Neunzehn Minuten - Jodie Picoult

Es fällt schwer, über dieses Buch eine Rezension zu verfassen, denn es beschäftigt sich nicht nur mit einer schrecklichen Tat, sondern polarisiert Menschen auf der ganzen Welt. Nachfolgend findet man meine persönlichen Eindrücke zu diesem Buch, die vielleicht nicht die Qualität besitzen, die dem Buch gerecht werden würden:

==========================
Über die Autorin:
==========================
Die Autorin, deren voller Name Jodi Lynn Picoult lautet, wurde am 19. Mai 1966 auf Long Island (New York) geboren. Nach dem Studium (Kreatives Schreiben) an der Princeton Universität erwarb sie einen Master-Grad in Pädagogik an der Harvard Universität.
Und vielleicht ist es gerade diese Kombination an Fähigkeiten und Ausbildungen, die sie zu einer geeigneten Schriftstellerin machen, um dieses Buch zu schreiben:

==========================
Über das Buch:
==========================
Die Autorin Jodie Picoult beschreibt in diesem fiktiven Roman eine Tragödie.:
Peter Houghton ist ein Außenseiter und fühlt sich/wird durch seine Mitschüler schon seit seinem ersten Schultag an gehänselt. Er fühlt sich von Kindesbeinen an missverstanden. Ein Gefühl, das sich in unbändige Wut gipfelt, die ihn veranlasst, mit vier Waffen in die Sterling High School zu gehen, um auf die zuvor auserwählten und die anderen Mitschüler zu schießen.

„Schon“ nach 19 Minuten ist diese Bluttat vorbei. Doch der Schüler-Amoklauf bricht wie ein Tsunami über so viele Menschen herein, sodass nach 19 Minuten längst noch nicht alles vorbei ist, sondern vieles gerade erst angefangen hat.

Mit viel Gespür führt Jodie Picoult alle Protagonisten in die Geschichte ein. Sie beschränkt sich so nicht nur auf die 19 Minuten dauernde Bluttat, sondern beleuchtet auch die Kindheit des Attentäters und zeigt auf, wie das Leben so vieler Menschen auf solch unterschiedlicher Weise verknüpft war und nun durch diese schreckliche Tat neu verbunden ist.

Der Leser bekommt somit nicht nur Einblick in die Psyche des Täters, sondern erfährt die Erlebnisse und all ihre Zusammenhänge aus mehreren Perspektiven vieler einzelner Protagonisten. Unter anderem sind da auch noch Peters Eltern, Lacy und Lewis Houghton, welche alle Momente der Vergangenheit auseinander nehmen um zu begreifen, wo alles ihren Anfang genommen hat. Und dann wäre da auch noch Alex, Josie Cormiers Mutter, die als Richterin das Urteil über Peter zu fällen hat, was sich mehr und mehr als schweres Unterfangen entpuppt. Denn wie soll es jemanden gelingen, noch objektiv zu bleiben, wenn die eigene Tochter beinahe selbst zum Opfer geworden wäre, wenn einzig und alleine scheinbar nur zwei Worte – „leben lassen“ – darüber entschieden haben, dass Josie noch lebt.
Natürlich wird die Geschichte auch aus der Perspektive von Josie erzählt, jenem Mädchen, das soviel verloren hat – unter anderem ihrer Erinnerung. Oder kann sie sich sogar noch an etwas erinnern?

Kurzum das Buch hat viel Tiefgang und die Worte der Autorin klingen noch nach, wenn man das Buch längst wieder ausgelesen zur Seite gelegt hat. So sorgt gerade die Tatsache, dass die Geschichte so beängstigend realistisch ist (einzig und allein das Ende kommt Hollywood nahe), für eine unangenehme Gänsehaut.

==========================
Fazit:
==========================
An dieses Buch ging ich in 19 Minuten-Schritten heran, nicht etwa, weil es mir besonders passend erschien, sondern weil es genau jener Zeitraum ist, den ich jeden Tag zweimal in öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin.
Und gerade diese zeitlich begrenzte Lesemöglichkeit half mir durch das Buch. Denn man sollte sich doch etwas Zeit nehmen, um den Kloß wieder vergehen zu lassen und auch um das Gefühl der Gänsehaut nicht mehr länger zu spüren.
Vielleicht ist es kein Buch für die späten Abend- oder gemütliche Lesestunden, insgesamt ist aber ein sehr lesenswertes Stück Literatur.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Nineteen Minutes
  • ISBN: 3-492-05080-7
  • VERLAG:  Piper

„Zimtsterne mit Zuckerkuss“ – Becky Cochrane Januar 21, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , ,
add a comment

Nicht jeder kann Weihnachten mögen, denn so wie Geschmäcker eben verschieden ist, ist auch die Einstellung einzelner Menschen zum Weihnachtsfest genauso unterschiedlich.

Zimtsterne mit Zuckerkuss - Becky Cochrane

Wenn es nach Keelie ginge, könnte man Weihnachten getrost auch einmal ausfallen lassen. Denn zur Adventszeit findet sie selten Zeit für sich, muss sie sich doch den ganzen Tag in der Buchhandlung um die Wünsche anderer kümmern und so manchen Kunden vor einem Fehlkauf bewahren.

Aber sind es wirklich der Weihnachtsstress, der unsympathische und unfähige Chef, das Fehlen von Perspektiven,.. die Keelie Weihnachten hassen lassen?

Ihre im Charakter so unterschiedlichen Freunde sind da ganz anderer Meinung und entführen die bei einem Sturz von der Leiter verletzten Keelie in die idyllische, charismatische, texanische Kleinstadt Coventry. Dort lädt Keelies Freundin Ivy zu ihrer Großmutter ein und dort scheint der richtige Ort zu sein, um Keelie wieder zurück ins Leben zu holen. Zusammen mit ihrem kleinen Hamster Hamlet in Coventry gelandet und verbringt die junge Frau die Zeit damit, Stephanie-Plum-Romane zu lesen, sich in einen vermeintlich verheirateten Tierarzt zu verlieben und über ihr bisheriges Leben nach zu denken.

Doch nicht nur auf Keelie übt die Kleinstadt eine besondere Wirkung aus, auch auf ihre Freundin Ivy und ihren schwulen Freund Evan färbt die Idylle ab. Und so stehen schon bald ganz andere Probleme in den Vordergrund. Denn wieder zurück im trauten Heim, scheint es so, als würde Keelie mit einem Schlag alle Freunde verlieren. Darum flüchtet sie sich an ihren PC und schreibt ein Kinderbuch – eine Tätigkeit, die sie über einiges klar werden und schließlich auch den inneren Schweinehund überwinden lässt um ihr Glück zu finden.

Fazit:

Nicht nur der Hauptcharakter Keelie, sondern auch ihre Freunde sind liebevoll dargestellt, sodass man sie im eigenen Freundeskreis gerne begrüßen möchte. Die gemütliche texanische Kleinstadt Coventry lädt zum verweilen ein, und nur zu gerne ist die Leserin bereit, sein Herz an den hilfsbereiten Tierarzt, den charismatischen Ted oder gar an den besten Freund zu verschenken.

„Zimtsterne mit Zuckerguss“ lässt sich mit einer Tasse Kaffee oder Tee (je nach Belieben), einem Teller Plätzchen und ein bisschen Advent am besten genießen. Insgesamt ein wunderbar herzliches Stück Literatur für die kalte Jahreszeit.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: A Coventry Christmas
  • ISBN: 3-404-15929-2
  • VERLAG:  Verlagsgruppe Lübbe

„Blauer Schmetterling“ – Denise Deegan Dezember 3, 2008

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , ,
add a comment

 

Blauer Schmetterling - Denise Deegan

Blauer Schmetterling - Denise Deegan

Über die Autorin:

Im Jahre 1952 erblickte die zukünftige Autorin Denise Deegan in Großbritanniens Hauptstadt London das Licht der Welt. Der Weg zur Karriere als Autorin war ein sehr verschlungener Pfad. Bevor Denise Deegan ihre wahre Berufung fand war sie nicht nur als Krankenschwester tätig, sondern arbeitete auch als Porzellan-Restaurateurin, schloss eine Ausbildung zur Inspizientin ab und fand dann den Weg zum Theater. „Blauer Schmetterling“ ist nicht ihr Debütroman sondern bereits ihr drittes Werk. Heute lebt sie als Autorin und freie Journalistin in Monkstown einem Ort in der Nähe von Dublin.

Über das Buch:

Bereits mit dem jungen Alter von 29 Jahren erleidet die Protagonistin des Romans einen schweren Verlust. Ihr Verlobter verlor bei einem Autounfall sein Leben, ein schwerer Schicksalsschlag, der ihr Leben aus der Bahn wirft. Grund genug also, sich halsüberkopf in die Arbeit zu stürzen und sich von niemanden mehr etwas gefallen zu lassen. Vor allem nicht an einem besonderen Jahrestag. Doch genau an diesem Tag kreuzt der lebenslustige und herzliche Greg ihren Weg bzw. ihre Fahrbahn.

Obgleich Lucy nicht sofort an ein Geschenk des Himmels zu glauben vermag, muss sie sich doch eingestehen, dass Greg ihr die Lebensfreude zurückgibt, die sie in den letzten Jahren vermisst hat. Und so kommt es, wie es in einem Liebesroman eben kommen muss, und Lucy verliebt sich ihn ihn und nimmt kurz darauf den Heiratsantrag an.

Dabei wird ein wichtiger Bestandteil im Leben von Greg außer acht gelassen – seine beiden Kinder. Vor allem die 10-jährige Tochter Rachel ist nicht bereit Lucy in ihr Leben zu lassen, hat sie doch bereits in ihrem Kindermädchen Hilary einen Mutterersatz gefunden. Schon bald muss Gregs Verlobte erkennen, dass sie nur zwei Möglichkeiten hat, entweder sie kämpft für ihr und Gregs Glück, oder sie sucht das Weite.

Fazit:

Der Roman „Blauer Schmetterling“ beinhaltet alles, was ein Liebesroman beinhalten muss – Intrigen, Familienstreitigkeiten, zwei Liebende, eifersüchtige Dritte und schlussendlich Akzeptanz. Auf den Schultern der Protagonistin lastet ein unheimlich großer Druck, der sich auch im Buch wiederspiegelt. Und so folgt auf lustige, schöne Seiten auch immer weider ein paar, die den Leser einer leichten Depression nahe bringen.

In Summe ist das Buch ein willkommene Abwechslung vom tristen Alltag, bietet für lange Advent-/Urlaubs-/…-Abende ein wenig Unterhaltung. Wer Liebesromanen etwas abgewinnen kann, sollte sich zumindest auch an diesem Buch versuchen.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Love comes tumbling
  • ISBN: 3-426-63880-0
  • VERLAG:  Verlagsgruppe Droemer/Knaur  – Knaur TB

„Der Duft der Farben“ – Preethi Nair Oktober 19, 2008

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , ,
1 comment so far

Manchmal kann es vorkommen, dass man nicht das Leben lebt, von dem man einst träumte, dass es für einen bestimmt sei. Stattdessen muss man sich Konventionen unterordnen, wird durch Regeln geleitet und darf nur das vollbringen, wovon andere meinen, dass es gut für einen sei.

Der Duft der Farben

Der Duft der Farben - Preethi Nair

So geht es auch Nina. Als Tochter indischer Eltern, gibt es für sie mehr Erwartungen, die erfüllt werden, mehr Regeln, eingehalten werden und mehr Aufgaben, die hinter sich gebracht werden müssen. Sie hat es nicht leicht, gemäß der Forderung ihres Vaters, der sich nur ein besseres Leben für sie wünschte, hat sie auf ihren Traum, Malerin zu werden, verzichtet und vertritt als Anwältin Künstler – zumindest hier ist ihr Traum nicht ganz verloren gegangen. Als Nina der Trostlosigkeit, Falschheit, Oberflächlichkeit,… ihres Lebens bewusst wird, macht sie sich daran, ein Versprechen einzulösen, dass sie Ihrer Freundin Ki, die damals im Alter von 26 Jahren an Krebs verstarb, gegeben hat. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und versucht der Eintönigkeit ihres Lebens, in das man sie wie in einem Korsett geschnürt hat, zu entfliehen.

Von den Ketten ihres bisherigen Lebens gelöst – einem kurzzeitigen Nervenzusammenbruch ist es zu verdanken, dass sie nun bereit ist, ihr bisherigen Leben zu ändern – führt sie nun ein Doppelleben. Den Eltern, dem heiratswilligen Inder und seinen Verwandten gegenüber gibt sie sich noch immer als karriereorientierte Anwältin, doch in Wahrheit verbringt sie Tag für Tag in der Londoner Tate Galleri und lässt sich von den Gemälden von Matisse bezaubern. Dort trifft sie auf Gina, eine australische Künstlerin, die ihr ermöglicht, einen ihrer größten Träume zu erfüllen. Sie überlässt ihr für die kommenden Monate das Atelier. Endlich hat Nina somit die Möglichkeit, der Mensch zu sein, der sie wirklich ist. Sie widmet sich tagsüber ihrer Leidenschaft und geht in den Farben auf. Beeinflusst von der Musik von Madame Butterfly und den Erinnerungen an ihre beste Freundin Ki schafft sie ein Bild, das sie mit „ForUKi“ (Für dich Ki) signiert.

Und hier beginnt ein stetig reißender werdender Fluss von Zufällen, Zeichen, die aufeinander treffen. Ein bekannter Galerist ist von dem Gemälde derart begeistert, dass er Interesse an dem seiner Meinung nach japanischen Künstler hegt und näheres über ihn in Erfahrung bringen möchte. Nina steht nun vor einem Scheideweg, gibt sie die tatsächliche Herkunft des Bildes preis oder verliert sie sich einem Lügengestrick. Wie sie sich auch entscheiden mag, sie ist längst nicht mehr jener Mensch, der sie einmal war, reifer geworden und vor allem auch selbstbewusster, trifft sie auf neue Mitmenschen, die ihr weiteres Leben bestimmen.

Über die Autorin:

Preethi Nair ist eine britische Schriftstellerin mit südindischen Wurzeln, die sich vor allem in ihren Werken wiederspiegelt. Als ihr erstes Buch nicht veröffentlicht werden wollte, machte sich selbst ans Werk, eröffnete eine PR-Schmiede um ihr Werk zu promoten und brachte es als Selbstverlag unter dem Pseudonym „Pru Menon“ an die Öffentlichkeit. Ihr Alter Ego gewann mit dem Buch nicht nur Anerkennung sondern auch weltweit anerkannte Preise.

Fazit:

In „Der Duft der Farben“ prallen unterschiedliche Kulturen und Lebensansichten aufeinander. Eine Frau kämpft nach Anerkennung und muss sich schlussendlich doch wieder vor der Außenwelt verstecken, um den richtigen Weg zu finden. Die Charakterzeichnungen sind wunderbar vielschichtig und liebenswert, sodass sich der Leser gerne mit ihnen identifiziert.
Was dem Buch vor allem wertvolle Authentizität schenkt, sind die Parallelen zum Leben der Autorin selbst, wenn es sich in ihrem Fall auch um ein Buch handelte und nicht um Gemälde. Insgesammt ein wunderbares Märchen darüber, wie eine Frau zu sich selbst findet.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Beyond Indigo
  • ISBN: 3-426-63668-9
  • VERLAG:  Droemer-Knaur / Knaur TB