jump to navigation

„Der Seher des Pharaos“ – Pauline Gedge Oktober 14, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , ,
add a comment
Der Seher des Pharaos - Paulie Gedge

"Der Seher des Pharaos" - Pauline Gedge

Es gibt manche Dinge, die halten nicht, was sie versprechen. Oder versprechen mehr, als man auf dem ersten Blick sehen kann und will.

Zuerst aber einmal zur Autorin

Pauline Gedge, im Jahre 1945 in Auckland (Neuseeland) geboren, wurde schon im sechsten Lebensjahr zum ersten Mal zur Weltenbummlerin und verbrachte 8 Jahre in England, um später ihre Zelte in Alberta (Kanada) aufzuschlagen.

Ihre Werke – sie scheint doch ein Faible für die ägyptische Geschichte zu haben, spielen meist rund um das Land des Nils und wurden mittlerweile schon in 18 Sprachen übersetzt.
Und irgendwie scheint die gute Frau auch einen gewissen Nerv getroffen zu haben, denn die Bücher von ihr verkaufen sich in der ganzen Welt millionenfach.

Das neueste Buch,
… das nun in deutscher Sprache hierzulande um ein paar Euronchen erstanden werden kann, ist „Der Seher des Pharaos“ und handelt  vom begabten, wie auch zu Beginn verzogenen Schüler Huy. Obgleich in einer doch mittelständigen und so wohl eigentlich bodenständigen Familie geboren, weiß der Junge in seinen jungen Jahren sehr wohl, dass es noch immer jemanden gibt, über dem er stehen kann. In den meisten Fällen ist es die Tochter der Dienerin seiner Eltern Hapsefa – Ischat, ein kleines, freches, wie direktes und ehrliches Kind. Was er an ihr und an den eigenen vier Wänden hat, erkennt der Junge erst, als er in die Tempelschule nach Iunu geschickt wird. Obgleich ihm somit eine große Ehre zuteil wird, ist er wohl in den ersten Momenten nicht so glücklich über die Entscheidung seiner Eltern und dem „Sponsoring“ seines Onkels Ker. Doch schon bald – angekommen in dieser „neuen Welt“ – erkennt der Junge, das er nun sein Wissen erweitern kann und vieles lernen wird, was ihm ermöglichen wird, ein gutes Leben zu führen. Wobei natürlich auch die kleinen Fehltritte nicht vergessen werden können, und so landet der kleine Huy einmal wo, wo er eigentlich nicht hingehört, aber später noch öfter seinen Weg hin finden wird.

Natürlich gibt es in jeder Schule – so auch zu jenen Zeiten anno dazumals – ein paar kleine Widersacher, die mit niemanden als mit anderen Haudegen befreundet sein können, und vieles anderen neiden ohne zu erkennen, wie gut sie es selber haben. So auch Sennefer, der das Wurfholz nach dem jungen Huy wirft und ihn so tötet. Doch die Götter des Olymps – pardon – über Ägypten haben etwas besonderes mit Huy vor und bringen ihn zurück ins Leben, wo auf Huy – nun ausgestattet mit der Kraft des „Sehens“ – noch großes wartet.

Was dies alles sein wird, bleibt zum größten Teil noch offen, denn die Geschichte beschränkt sich auf die ersten 18 Lebensjahre des jungen Huys und lässt somit schon bald erkennen, dass die Autorin auf eine weitere Reihe hinarbeitet. Nun ist es leider so, dass es mitunter ein paar langatmige 18 Jahre sind und dies mitunter dazu führen kann, dass so mancher Leser dem zweiten Teil – obgleich der nun doch eventuell besser sein könnte – keine Chance mehr geben kann.
Kurzum wie immer bei einer Romanreihe, hätte auch hier die Möglichkeit bestanden, wohl die gesamte Lebensgeschichte des Sehers des Pharaos in einem Roman zu packen, der hätte dann wohl 500 Seiten gehabt, aber meiner Meinung nach wäre das nicht weiter schlimm gewesen. :D

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: The Twice Born
  • ISBN: 978-3-492-26330-6
  • VERLAG: Piper Verlag

Fazit:

Ein leicht zu lesendes Buch und ein mitunter etwas weniger gelungener Auftakt zu einer Romanreihe – was vor allem daran liegt, dass mit dem Aufbau der Geschichte und der gesamten Hintergründe der Charaktere einige Seiten gefüllt werden mussten.

„Der Metzger geht fremd“ – Thomas Raab Oktober 6, 2009

Posted by besue in Krimis & Thriller, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , ,
2 comments

"Der Metzger geht fremd" - Thomas RaabDer Autor:
Es hat wohl lange Tradition, dass Wien immer wieder einmal einen Autor hervorbringt, der mit Preisen gefördert und dessen Bücher ausgezeichnet werden. Und dass in Österreich auch manchmal die Musik einen Auserwählten hervorbringt, ist auch nicht weiter verwunderlich.

Und ein solcher ist wohl Thomas Raab – Autor, Komponist und Musiker und Wiener. Vielleicht schrieb er seinen ersten Roman in einem typischen Wiener Kaffeehaus (und ich meine keinen dieser Pappbecherwirten) bei einer großen, warmen und schaumigen Melange. Ob dem nun wirklich so war, kann ich nicht beurteilen, zu den Fakten aus seiner Biografie zählt es jedoch nicht.

Hier bekommt man vor allem seine Liebe  zur Musik und somit zur Produktion von Songs, Musikstücken, udgl. vermittelt. Und darüber hinaus erfährt man auch noch, dass Herr Raab über ein abgeschlossenes Studium der Mathematik und Sportwissenschaften verfügt – und das verwundert wohl doch so manchen – vor allem im Zusammenhang mit der Liebe  zum Wort (mehr als nur Zahlen) und zur Musik (Der Tenor ist groß!).

Aber Spaß beiseite. Herr Raab ist doch eine Welt für sich. Seine Texte werden geschliffen und gefeilt, bis Worte so dicht aneinandergereiht sind, dass man das gute Stück wohl doch eher in einem ruhigen Wiener Kaffee als in einer dicht besetzten und bedrängelten, wie lauten, Wiener Straßenbahn lesen möchte.

Über das Buch:
So ist es auch beim Metzger der Fall gewesen. Mittlerweile das 3. Buch dieser Reihe und nach rot sehen und nachsitzen geht Herr Willibald Adrian Metzger nun mal fremd.

Der Metzger ist kein Fleischhauer, Fleischer oder Metzger und hat auch nichts mit dem Beruf zu tun, außer dass er wohl doch ein gern gesehener Kunde in einer Fleischerei zu sein pflegt und doch einen Beruf, der handwerkliches Geschick benötigt – er ist Restaurator, durchführt. Neben seiner Liebe zum Essen und zu alten Möbeln ist der Metzger aber gar nicht auf den Kopf gefallen und macht sich auf Hilferuf seiner „Lebensgefährtin“ Danjela Djurkovic auf den Weg ins Grüne um dort ein Kurhotel aufzusuchen, wo man neuerdings tote Männer im Schwimmbad treiben sieht. Aber er kommt nicht nur um seiner Danjela seelischen Beistand zu leisten, sondern doch auch um sie davon abzuhalten, zu tief zu boren und ihre Nase überall hinein zu stecken.
Doch schließlich geht es nicht anders, als ihm im Wald förmlich ein abgetrennter Finger mit einem Goldring und einer sehr intimen wie persönlichen Gravur vor die Füße purzelt, ermitteln Willibald und Danjela für sich und doch gemeinsam auf eigene Faust.

Und genau das bringt beide doch deutlich in Gefahr, wobei es schlussendlich auch jemanden förmlich mit der Messespitze (geführt durch niemand geringeren als die Hand des Mörders) trifft.

Fazit:
Das Buch enthält neben der Geschichte rund um Adrian, Danjela und den Mörder sowie den vielen toten Gesellen auch eine weitere, in kurzen Intermezzos gehaltene. Diese handelt von zwei Wesen, Freunden, die davon träumen, ihre Freiheit wieder zu finden. War die erste kleine Unterbrechung noch ein wenig verwirrend, klärte sich dank Filteranlage schon bald der Nebel.

Herr Metzger ist ein uriger wie schrulliger Typus Mann. Und ebenso ist es auch der Schreibstil von Herrn Raab. Ein wenig zu geschliffen, zu gedrillt wirken die dicht gedrängten Wörter, die es einem nicht ermöglichen, das Buch als kleines Intermezzo zwischen Arbeitstrott und Frankfurter (Mittagspause) zu lesen, sondern vom Leser doch mehr Einsatz verlangen – so auch sich etwas frei zu spielen und die gesamte Aufmerksamkeit dem Buch zu widmen.

Am Anfang fiel es also schwer, sich auf den Schreibstil einzustellen, dann war die Geschichte ein wenig zu lang und dann wieder konnte ich die Zweit-Geschichte nicht ausstehen. Kurzum, es war doch eine schwere Geburt.
Wenn nicht überragend, so doch lesenswert. Und vor allem jenen zu empfehlen, die einmal etwas anders lesen wollen und auch bereit sind, das Oberstübchen ein wenig zu beanspruchen.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Der Metzger geht fremd
  • ISBN: 978-3-492-05308-2
  • VERLAG: Piper Verlag

„Niemalsland“ – Neil Gaiman September 13, 2009

Posted by besue in Romane und Schmöker, Science Fiction, Fantasy & Horror.
Tags: , , , , , ,
add a comment
Niemalsland - Neil Gaiman

"Niemalsland" - Neil Gaiman

Wenn sich vor Ihnen die Mauer auftun würde und ein verletztes Mädchen durch selbige kommen und verletzt vor Ihren Füßen bleiben würde, was würden Sie tun?

Die Statistik sagt, dass nur jeder Dritte Erste Hilfe leisten würde. Glück also für die junge Door, dass der Londoner Geschäftsmann Richard Mayhew sich ihrer annimmt und die verletzte junge Frau bei sich aufnimmt. Wobei ihn gerade diese Hilfsbereitschaft etwas ganz besonderes kostet – seine Identität. Niemand kennt ihn mehr, er wird von seiner (Ex-)Verlobten Jessica nicht mehr gekannt und keines Blickes gewürdigt, sein Arbeitsplatz wird ausgemustert und in seine Wohnung zieht auch schon jemand anderer ein.
Um seine Identität und sein Leben zurück zu bekommen, begibt sich Richard als gutmütiger wie naiver Held hinab nach „Unter-London“ – einer Welt unter den Straßen Londons, mit Geisterzügen, Ungeheuern, Engeln, Mördern, Rittern und leichblassen wie gefährlichen Schönheiten. In diesem Niemalsland erlebt der junge Mann ungewollt ein haarsträubendes wie gefährliches Abenteuer, was so gänzlich das Gegenteil zu seinem bisherigen langweiligen und deswegen auch vermissten Leben ist.

Gemeinsam mit Door, der atemberaubenden Hunter – der Beschützerin des jungen Mädchens und einem Marquise muss sich Richard durch eine Welt kämpfen, die für alle „Normalen“ nicht zu existieren scheint und ihn oftmals auch ein wenig an seinen Verstand zweifeln lässt.

Mehr über den Autor erfährt er unter Coraline – dem ersten von mir vom Autor gelesenen und rezensierten Buch.
Doch auch sonst, dürfte der Name Neil Gaiman dem einen oder anderen von Euch geläufig sein. Immerhin ist der gute Mann nicht nur Verfasser der bekannten „Sandman“-Comics sondern war in seiner Person auch als Drehbuchautor der Fernsehserie „Neverwhere“ (kommt einen sicherlich in Zusammenhang mit diesem Buch mehr als nur bekannt vor :) ) und als Co-Autor neben Terry Prattchet beim Buch „Ein gutes Omen“ tätig.

Fazit:
Auf gewisse Weise war ich doch enttäuscht. Denn es hob doch gut an, nahm den Leser (ergo mich) rasch gefangen, doch spuckte ich am Ende doch ziemlich unbefriedigt wieder aus. Denn wie die Geschichte beinahe ihr Ende findet, lässt wirklich ein wenig zu wünschen übrig. Zum Glück wurde der Schlussakkord dann doch ein wenig anders gespielt als erwartet und somit ist das Buch doch noch mehr als nur empfehlenswert. :)

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Neverwhere
  • ISBN: 978-3-453-13757-8
  • VERLAG: Verlagsgruppe Randomhouse – Heyne Verlag

„Verbrechen“ – Ferdinand von Schirach September 4, 2009

Posted by besue in Biografien & Erinnerungen, Krimis & Thriller, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , , , , , ,
1 comment so far

Verbrechen - Ferdinand von Schirach

"Verbrechen" - Ferdinand von Schirach

Eine unbequeme Wahrheit?

Das Leben ist nicht perfekt, geschweige denn sind es wir. Hier tummeln sich nicht nur brave Menschen und Pazifisten, sondern auch Ungeheuer, die wir uns zum Teil selbst geschaffen haben.
Und nein, das soll jetzt keine „sagenumwobene“ relgiöse These sein, sondern eben jene aufgreifen, die irgendwann einmal einen schlauen Kopf verlassen hat: „Wir sind das Produkt unserer eigenen Handlungen und die der anderen.“

Und somit, stecken wohl zum Teil wir alle hinter dem Dilemma. Im Normalfall kann Otto Normalbürger sein Leben unbeirrt und keineswegs schuldbewusst weiter fortsetzen, weil er vom Leben eben jener, die durch das „Netz gefallen sind“ und den Beweggründen dieser, verschont bleibt.
Und selbst in Büchern taucht der Leser meist auf der anderen Seite auf und ist eher darauf bedacht, sie zur Strecke zu bringen, als Mitleid und ein kleines Fünkchen Verständnis für sie aufzubringen.

Am 17. August 2009 war es wieder soweit, ein neues Stück Literatur, das gerade diese Schattenseiten beleuchten will, trat seine Reise an und traf am 25. August 2009 endlich bei mir ein:

Verbrechen von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach ist Rechtsanwalt. Das merkt man sogleich oder spätestens dann, wenn man seinem Namen der Suchmaske eines der vielen Portale anvertraut. Schon in kürze ist man also davon in Kenntnis gesetzt, dass der im Jahre 1964 in München geborene Autor weiß, wovon er schreibt. Denn die hier geschriebenen Kurzgeschichten mögen zwar seiner Feder entstammen, seiner Fantasie jedoch nicht.

Herr Ferdinand von Schirach offenbart dem Leser zahlreiche traurige wie schlimme Schicksale, die ihm im Laufe seiner Tätigkeit als Verteidiger begegneten. Dass sein Ziel dabei immer das gleiche ist, ist wohl verständlich, immerhin ist es sein Job, für seinen Mandanten den Freispruch oder zumindest mildere Strafen zu erkämpfen. Doch nebenbei erfährt man auch, dass so mancher, der vielen Beschuldigten doch mal mehr als nur ein Fünkchen Menschlichkeit an sich hat und als solcher oftmals sogar unschuldig sein kann.

Fazit:

Obgleich als nüchtern und trocken beschrieben, sind die hier zu findenden Geschichten mehr als nur kurze und prägnante Zusammenfassungen von fesselnden Kriminalromanen, sie sind das Leben, und als solche besonders viel wert und besonders bewegend.

Insgesamt ein Buch, das man nicht unbedingt in einem „Abwasch“ lesen braucht, doch wohl oftmals schon tun wird.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Verbrechen
  • ISBN: 978-3-492-05362-4
  • VERLAG: Piper Verlag

„Bis ans Ende aller Tage“ – Jodie Picoult August 15, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , ,
add a comment

Bis ans Ende der Welt - Jodie Picoult

"Bis ans Ende der Welt" - Jodie Picoult

„Bis der Tod uns scheidet.“ Diese magischen Worte sollten zu Anbeginn der Zeitrechnung verdeutlichen, dass man den Bund der Ehe für die Ewigkeit geschmiedet hat. Nun, was aber, wenn der Tod bereits dann vor der Tür steht und anklopft, wenn man noch gar nicht verheiratet ist? Was tun, wenn man einen letzten und gefährlichen Wunsch für den Menschen erfüllen soll, den man von tiefstem Herzen liebt?

Über das Buch:

Der Bund von Christopher Harte und Emily Gold scheint bereits in der Wiege geschmiedet geworden zu sein. Chris und Emily haben alles miteinander erlebt, die Jahre im Sandkasten, die Entdeckung der eigenen Sexualität und die des anderen,… Gemeinsam suchten sie sich Antworten auf die Fragen, die ihre Eltern nicht geben können bzw. die sie gegenüber ihren Eltern nie auszusprechen wagen würden.

Es wundert daher niemanden, am Wenigsten ihre Eltern, als die beiden Unzertrennlichen den nächsten Schritt wagen und aus ihrer innigen Freundschaft die erste und einzige große Liebe wird. Doch obgleich alles im Reinen scheint und das Glück scheinbar perfekt, kommt es zu einer alles zerstörenden Tragödie: Emily ist tot, Chris schwer verletzt.
Die Eltern stehen nun vor den Scherben des jungen Glücks und vor denen des eigenen Lebens. Als Chris verhaftet wird, ist es mit der Freundschaft zwischen den Familien vorbei. Man kämpft nun wieder für sich alleine.

Und sucht die Antwort auf die Frage – hat Chris Emily bei jener Schreckenstat bloß beigestanden, oder hatte gerade er den Finger auf dem Abzug? Und kann jemals wieder Normalität einziehen?

Mehr über die Autorin erfährt ihr beim ersten von mir von ihr gelesenen Buch: Neunzehn Minuten

Fazit:

Wie viel Unglück verträgt das glückliche und gesunde Leben zweier Familien? Welche Möglichkeiten gibt es mit dem so schrecklichen Verlust klar zu kommen? Und ist man stark genug für die Wahrheit?
Jodie Picoult haucht auch dieses Mal jeder Romanfigur Leben ein und kreiert auf den Seiten unterschiedliche Charaktere, die unterschiedlich mit der Situation umgehen.
Insgesamt ein Buch rund um das Zerbrechen von Freundschaft, jungem Glück und jahrelanger Ehe und darüber, ob das, was zerbrochen wurde, wieder gekittet werden kann.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: The Pact
  • ISBN: 978-3-4922-4830-3
  • VERLAG: Piper Verlag GmbH

„Beim Leben meiner Schwester“ – Jodie Picoult August 5, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , ,
2 comments
Beim Leben meiner Schwester - Jodie Picoult

Beim Leben meiner Schwester - Jodie Picoult

Nichts ist schwieriger, als eine Entscheidung über Leben und Tod zu fällen. Denn das Leben eines anderen sollte immer unantastbar und unverletzbar bleiben und die Entscheidung darüber, wann der Vorhang nach dem Schlussakt fällt, sollte wohl durch Höheres bestimmt sein.
Nur leider ist dem nicht so. Der Tod lauert überall, scheinbar jederzeit bereit, seine Krallen in jemanden zu schlagen. Auch in Kate Fitzgeralds Fall ist er schon beachtlich nahe. Sie hat Leukämie und zwar akute Promyelozytenleukämie kurz APL. Aber im Gegensatz zu den vielen anderen Erkrankten hat sie ein besonderes „Ersatzteillager“ – ihre dreizehnjährige Schwester Anna. Anna ist/war ein „Designerbaby“, in einem Reagenzglas einzig zum Zweck gezeugt um ihrer älteren Schwester die Heilung zu verschaffen, die bislang trotz zahlreicher Versuche der Ärzte ausblieb.

Bereits kurz nach Ihrer Geburt wurden Anna Nabelschnurstammzellen entnommen und seither kam es immer wieder zu immer größeren Eingriffen, die ihrer Schwester Kate jedes Mal über kurze oder längere Zeit Besserung verschafften. Doch nun, nun hat dieses Ersatzteillager förmlich geschlossen.

Niemand in ihrer Familie hätte je gedacht, dass sich gerade Anna, geboren um ihre Schwester am Leben zu halten, als der Todesengel entpuppt. Anna tritt für ihr Recht ein, selbst und frei über ihren Körper zu verfügen. Nicht länger möchte sie das sein, was sie glaubt zu sein und worin sie ihre einzige Existenzberechtigung sieht – das Ersatzteillager ihrer Schwester. Und Anna ist bereit für ihr Recht zu kämpfen – sogar vor Gericht.

Sie wendet sich an den Rechtsanwalt Campbell Alexander und ist bereit, alles zu tun, damit er ihren Fall übernimmt – sei es auch Klinkenputzen. Und der an Epilepsie erkrankte Anwalt, der ständig neue Ausreden findet, um seine Erkrankung und die Existenz seines Servicehundes Judge zu erklären, sei es nun Farbblindheit, einseitige Taubheit oder dergleichen, ist wirklich bereit, Anna zu ihrem Recht zu verhelfen. An seine Seite wird Julia Romano als einstweiliger Vormund gestellt. Und gemeinsam versuchen die beiden, wie auch Annas Familie zu ergründen, wie ernst es dem Mädchen mit dem Antrag ist.

Zum Ende hin erlebt der Roman noch eine überraschende Wendung. Dreht wie ein Balletttänzer noch einmal eine Pirouette, bevor ein Vorhang über eine Geschichte voller Mitgefühl aller Beteiligten fällt. Mrs. Picoult beweist auch mit diesem Stück ihr Können und haucht jeder Romanfigur Leben ein. Jede von ihnen nimmt einen besonderen Platz im Leben ein und manchmal ist es ein ganz anderer als vermutet wird.

Fazit:
Wie hoch der Wert eines Menschen ist, kann wohl niemals so recht berechnet werden. Denn eine einzige Zahl reicht nicht aus, um den ganzen Menschen zu erfassen. Der Roman wird aus mehreren Perspektiven erzählt und alle erleben die harte Probe aus anderen Blickwinkeln. Dadurch gelingt es der Autorin besonders gut, alle ethischen Gesichtspunkte zu berücksichtigen, wenn auch zum Ende keine endgültige Antwort auf die ethischen Fragen gegeben werden kann.

Prädikat tief bewegend und äußerst lesenswert.

Mehr über die Autorin erfährt ihr beim ersten von mir von ihr gelesenen Buch: Neunzehn Minuten

Stattdessen möchte ich aber noch auf die am 27. August 2009 in den deutschen Kinos startende und von Nick Cassavetes („Wie ein einziger Tag“) inszenierte Verfilmung mit Cameron Diaz in der Rolle der Mutter Sara Fitzgerald, Jason Patric als Vater Brian, dem großen Schauspieltalent Abigail Breslin als Anna und Sofia Vassilieva in der Rolle der kranken Kate hinweisen. Des weiteren haben Evan Ellingson die Rolle des Sohn Jesse und Alec Baldwin die Rolle des Anwalts Campbell Alexander über.
Nähere Informationen hierzu findet ihr auf der Filmwebsite: „My Sister’s Keeper – Beim Leben meiner Schwester“

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: My Sister’s Keeper
  • ISBN: 978-3-492-26266-8
  • VERLAG: Piper Verlag GmbH

Demnächst erscheint von Jodie Picoult: Das Herz ihrer Tochter (September 2009)

„Rendezvous mit einem Mörder“ – J.D. Robb August 2, 2009

Posted by besue in Krimis & Thriller, Romane und Schmöker, Science Fiction, Fantasy & Horror.
Tags: , , , , , , ,
add a comment

Rendezvous mit einem Mörder - J.D.Robb

"Rendezvous mit einem Mörder" - J.D.Robb

Über die Autorin:
Während die einen von euch, bei der Erwähnung des Namens „J.D. Robb“ die Augen bis in die Höhlen verdrehen, sind wohl die anderen gerade dabei vor Entzückung zu seufzen, während manche noch wagen zu behaupten, sie würden diese Person nicht kennen. Spätestens bei der Erwähnung des Namens „Nora Roberts“ und der beiläufigen Anfügung, dass es sich bei J.D. Robbs um niemand anderen als die eben genannte erfolgreiche Romance-Autorin handelt, wird jedoch für die nötige Aufklärung sorgen und die Leserschaft endgültig in zwei Lager spalten.
J.D. Robbs heißt somit nicht anders als Eleanor Marie Robertson und ist somit niemand anderer als die bekannte Autorin Nora Roberts, die mitunter auch die Pseudonymen Jill March und Sarah Hardesty benutzt.
Nachdem diese Dame mehr als nur bekannt – nämlich auch geliebt oder verabscheut ist – möchte ich nur ein weiteres Detail hinzufügen, nämlich, dass jedes ihrer Bücher seit 1999 ein New-York-Times Bestseller war.

Über das Buch:
Schon auf den ersten Seiten offenbart sich etwas überraschendes. Hierbei handelt es sich um einen Science-Fiction-Krimi (der mittlerweile der erste Teil eine weit mehr als 10-teiligen Romanreihe ist) rund um Eve Dallas. Einer Lieutnant der New Yorker Polizei in der Mitte des 21. Jahrhunderts. Längst sollten die bei uns bekannten Handfeuerwaffen der Vergangenheit angehören. Zumindest war das bisweilen so und die restlichen Objekte sind vielmehr welche der Begierde geworden und landen meist in den Sammlungen von betuchten Männern. Doch dieses Mal wandte ein grausamer Serienmörder wieder diese Art von Tötung an. Er tötete eine Prostituierte mittels dreier Schüsse und prophezeite, dass noch 5 weitere folgen werden.
Alle Indizien führen nun zum Milliardär Roarke, der nicht einmal zu verschweigen versucht, dass er ein Faible für die alten Handfeuerwaffen hat und sohin ein ganzes Arsenal sein eigen nennt.
In dieser Welt, in der Kaffee mittlerweile aufgrund der Regenwaldabholzung ein besonders rares Produkt ist, versucht nun Eve Dallas den Mörder zu finden und verliebt sich auch noch in ihren besten Verdächtigen – niemand anderen als Roarke.

Fazit:
Nun, allgemein bekannt ist der Warnhinweis, dass man mit einem Buch von Nora Roberts entweder großer Fan wird oder aber für immer abgeneigt wäre. In diesem Fall trieb mich der Roman, der nur oberflächlich an einem guten Krimi kratzt in das Lager der „Neider bzw. Ablehner“. Die Geschichte vermisst allzu viel an Tiefgang und vor allem wird viel zu sehr dem Geplänkel und Liebesspiel von Dallas und Roarke die Aufmerksamkeit gewidmet, als dass es möglich war, den Mörder ein bisschen länger versteckt zu lassen. Nachdem aber in diesem Fall der Täterkreis ziemlich klein ist, ist das Geheimnis bei einem aufmerksamen Leser schon in Kürze gelüftet.
Wem jedoch der Sinn nach Selbstgeißelung steht bzw. nach lockerer nicht allzu tiefer Literaturkost, sei das Buch empfohlen. Natürlich kann man von einem Kauf schon deswegen absehen, da, wie ich feststellen musste, zumindest eine aus dem Bekanntenkreis meist Nora Roberts Anhängerin ist bzw. auch in der kleinsten Gemeinde die Auswahl von Nora-Roberts-Büchern in Bibliotheken überraschend groß ausfällt.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Naked in Death (01 Death)
  • ISBN: 3-442-37018-4
  • VERLAG: blanvalet – Verlagsgruppe Random House Bertelsmann

„Submarino“ – Jonas T. Bengtsson Juli 19, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , ,
add a comment
Submarino - Bengtsson

Submarino - Bengtsson

Über das Buch:

Die Geschichte findet ihren Anfang in der Erinnerung an einen Bruder, den man verloren hat und nie wieder finden kann, weil er für immer gegangen ist.

Schon mit diesem Prolog wird klar, dass man hier nichts von einer heilen Welt voller Friede, Freude und Eierkuchen lesen wird, sondern von Menschen, die zu ertrinken drohen und nur mit Mühe den Kopf über Wasser halten können.

Wie auch Nick, ein Bodybuilder – sofern dies als Berufsbezeichnung gelten kann – und Exhäftling in der kalten grauen Welt des Stadtrandes von Kopenhagen. Nickt, der von so vielen Menschen verfolgt wird, sodass er viel zu wenig Schlaf, aber dafür viel zu viel Hasch, Alkohol und polnische, griechische,… Zigaretten bekommt.

Und dennoch mag es ihm nie gelingen, vor der Vergangenheit weg zu laufen, egal wie viele Kilometer er pro Tag zurück legt und wie durchnässt er in sein kleines Zimmer in einem heruntergekommenen Wohnheim zurück kommt.

Dort besuchen sie ihn beinahe täglich, die Geister seiner Vergangenheit – Gesichter, die an der Decke schweben, sich neben ihm ins Bett legen und ihn an vieles erinnern, was er eigentlich vergessen möchte; an seine Mutter, seinen kleinen namenlosen Bruder, an Ana…..

Aber auch während des Tages steckt sein Leben voller Begegnungen. So ist da etwa Sofie, seine alkoholsüchtige Nachbarin und Mutter des kleinen Tobias, der bei seinem Vater wohnt oder Ivan, der kleine Bruder von Ana, Nicks geliebter Ana, der nun auf der Straße lebt.

Und auf der anderen Seite ist da Nicks älterer Bruder, ein alleinerziehender, drogensüchtiger Vater. Vater des kleinen Michaels, den er niemals verlieren möchte und weshalb er immer mit einer großen Angst lebt.

Gemeinsam verbindet Nick und seinen Bruder, die Vergangenheit. Und sie ist es auch, die sie eines Tages einholt – als ihre Mutter stirbt – ihnen für einen Moment die Hoffnung auf einen Neuanfang schenkt, bevor das Leben wieder über beide einstürzt.

Fazit:

Das Buch liest sich wie Tagebücher unterschiedlicher Personen – 2er Brüder, die mit ihrem Schicksal leben (müssen) und deren Leben immer wieder mit anderen zusammenprallen.

Mir scheint ob der düsteren Schilderungen, der scheinbar verlorenen Protagonisten und der ebenso einsamen Randgestalten, dass niemals die Sonne über Dänemark scheint, sondern beständig dichte Regentropfen auf Kopenhagen niederprasseln und versuchen, etwas wegzuwaschen, vor dem man doch nie weglaufen kann.

Insgesamt ein düsteres, verworrenes Buch, voller Zeit- und Raumsprüngen, dem man sich nur mit Bedacht annähern sollte, bevor man hineingezogen wird, in eine verworrene düstere Welt in Kopenhagen.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Submarino
  • ISBN: 3-608-50105-3
  • VERLAG:  Klett-Cotta;  Tropen Literatur

„Neunzehn Minuten“ – Jodie Picoult Juli 5, 2009

Posted by besue in Romane & Erzählungen, Romane und Schmöker.
Tags: , , , , , , , , ,
5 comments
Neunzehn Minuten - Jodie Picoult

Neunzehn Minuten - Jodie Picoult

Es fällt schwer, über dieses Buch eine Rezension zu verfassen, denn es beschäftigt sich nicht nur mit einer schrecklichen Tat, sondern polarisiert Menschen auf der ganzen Welt. Nachfolgend findet man meine persönlichen Eindrücke zu diesem Buch, die vielleicht nicht die Qualität besitzen, die dem Buch gerecht werden würden:

==========================
Über die Autorin:
==========================
Die Autorin, deren voller Name Jodi Lynn Picoult lautet, wurde am 19. Mai 1966 auf Long Island (New York) geboren. Nach dem Studium (Kreatives Schreiben) an der Princeton Universität erwarb sie einen Master-Grad in Pädagogik an der Harvard Universität.
Und vielleicht ist es gerade diese Kombination an Fähigkeiten und Ausbildungen, die sie zu einer geeigneten Schriftstellerin machen, um dieses Buch zu schreiben:

==========================
Über das Buch:
==========================
Die Autorin Jodie Picoult beschreibt in diesem fiktiven Roman eine Tragödie.:
Peter Houghton ist ein Außenseiter und fühlt sich/wird durch seine Mitschüler schon seit seinem ersten Schultag an gehänselt. Er fühlt sich von Kindesbeinen an missverstanden. Ein Gefühl, das sich in unbändige Wut gipfelt, die ihn veranlasst, mit vier Waffen in die Sterling High School zu gehen, um auf die zuvor auserwählten und die anderen Mitschüler zu schießen.

„Schon“ nach 19 Minuten ist diese Bluttat vorbei. Doch der Schüler-Amoklauf bricht wie ein Tsunami über so viele Menschen herein, sodass nach 19 Minuten längst noch nicht alles vorbei ist, sondern vieles gerade erst angefangen hat.

Mit viel Gespür führt Jodie Picoult alle Protagonisten in die Geschichte ein. Sie beschränkt sich so nicht nur auf die 19 Minuten dauernde Bluttat, sondern beleuchtet auch die Kindheit des Attentäters und zeigt auf, wie das Leben so vieler Menschen auf solch unterschiedlicher Weise verknüpft war und nun durch diese schreckliche Tat neu verbunden ist.

Der Leser bekommt somit nicht nur Einblick in die Psyche des Täters, sondern erfährt die Erlebnisse und all ihre Zusammenhänge aus mehreren Perspektiven vieler einzelner Protagonisten. Unter anderem sind da auch noch Peters Eltern, Lacy und Lewis Houghton, welche alle Momente der Vergangenheit auseinander nehmen um zu begreifen, wo alles ihren Anfang genommen hat. Und dann wäre da auch noch Alex, Josie Cormiers Mutter, die als Richterin das Urteil über Peter zu fällen hat, was sich mehr und mehr als schweres Unterfangen entpuppt. Denn wie soll es jemanden gelingen, noch objektiv zu bleiben, wenn die eigene Tochter beinahe selbst zum Opfer geworden wäre, wenn einzig und alleine scheinbar nur zwei Worte – „leben lassen“ – darüber entschieden haben, dass Josie noch lebt.
Natürlich wird die Geschichte auch aus der Perspektive von Josie erzählt, jenem Mädchen, das soviel verloren hat – unter anderem ihrer Erinnerung. Oder kann sie sich sogar noch an etwas erinnern?

Kurzum das Buch hat viel Tiefgang und die Worte der Autorin klingen noch nach, wenn man das Buch längst wieder ausgelesen zur Seite gelegt hat. So sorgt gerade die Tatsache, dass die Geschichte so beängstigend realistisch ist (einzig und allein das Ende kommt Hollywood nahe), für eine unangenehme Gänsehaut.

==========================
Fazit:
==========================
An dieses Buch ging ich in 19 Minuten-Schritten heran, nicht etwa, weil es mir besonders passend erschien, sondern weil es genau jener Zeitraum ist, den ich jeden Tag zweimal in öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs bin.
Und gerade diese zeitlich begrenzte Lesemöglichkeit half mir durch das Buch. Denn man sollte sich doch etwas Zeit nehmen, um den Kloß wieder vergehen zu lassen und auch um das Gefühl der Gänsehaut nicht mehr länger zu spüren.
Vielleicht ist es kein Buch für die späten Abend- oder gemütliche Lesestunden, insgesamt ist aber ein sehr lesenswertes Stück Literatur.

Buchdetails:

  • ORIGINALTITEL: Nineteen Minutes
  • ISBN: 3-492-05080-7
  • VERLAG:  Piper

„Warten auf Oho“ – Robert Rankin September 17, 2008

Posted by besue in Romane und Schmöker, Science Fiction, Fantasy & Horror.
Tags: , , ,
add a comment
Warten auf Oho

Warten auf Oho

Manchmal befindet sich der Autor auf der Suche nach einem geeigneten Titel, aber so sehr er sich auch in die Arbeit stürzt, so sehr er auch versucht, und alles daran setzt, einen besonders originellen und witzigen Titel aus dem Hut zu zaubern, gelingt es ihm einfach nicht, und so bleibt ihm nur mehr eine Möglichkeit – einen bereits existierenden zu adaptieren und sicht nicht einmal die Mühe machen, es zu leugnen. Der Titel von Robert Rankins Roman ist ein offener Abklatsch von Samuel Becketts Theaterstück „Warten auf Godot“


Was macht also Robert Fleming Rankin aus?

Geboren im Jahre 1949 in ‘Parson Green’, London, verbrachte Robert Rankin die erste Zeit seines Lebens nicht mit dem Schreiben, sondern wartete geduldig bis zur Volljährigkeit (den 1960er Jahren), bevor er sich ans Werk machte. Grund könnte hierfür ein Besuch in einer nahen Kneipe gewesen sein, wo er eventuell auf solch sonderbare Gestalten getroffen ist, dass er es/sie unbedingt für die Nachwelt festhalten wollte.
Dies könnte wirklich gut möglich gewesen sein, gibt er doch offen zu, dass er seine Inspiration meist in diversen Kneipen findet.
Wenn Robert Rankin einmal seine Freizeit nicht mit dem Herumlungern in Kneipen oder dem Schreiben von neuen Romanen verbringt, schustert er an seinem Lebenlauf herum – eine der wenigen bekannen Tatsachen ist, dass er in jungen Jahren das Studentenvolk um einen Zähler anstiegen ließ, als er Grafik an der Kunstschule Ealing studierte -  und übte so 39 verschiedene Berufe, die zumindest, sollten sie nicht stimmen, für genügend Stoff bei der Autobiografie sorgen werden, aus.
Anmerkung am Rande:
Nicht nur mit dem Buch „Warten auf Oho“ hat er seinen Bezug zu Gott gefunden, gelegentlich tritt er auch mit seiner Band „The Rock Gods“ auf.

Zum Buch:

Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf, kratzen sich und gehen ins Bad. Und irgendwie ist alles anders, abgedreht, eigenartig, unvorstellbar verändert, eigentlich total verschieden zu gestern, wobei sich grundsätzlich nicht viel geändert hat. (Vor allem wenn Sie Atheist sind). Es ist nur eines passiert – Gott ist tot.
Wobei das am Beginn der Geschichte noch gar nicht der Fall ist, da ist er nämlich ein quicklebendiger Geselle, der sich trotz einer „prächtigen“ Frau auch mit anderen Vertreterinnen des schönen Geschlechts vergnügt.
Und genau das ist der Grund, weshalb sich der legendäre Privatdetektiv und Schnüffler Lazlo Woodbine an seine Fersen heften darf, denn Gottes Frau Eartha heuert ihn an, den kleinen Schürzenjäger dingfest zu machen.

Aufgrund der Tatsache, dass der Schnüffler – im Übrigen unterstützt von einem sprechendem Blumenkohl, der es sich in seinem Kopf gemütlich gemacht hat – wirklich vom Weltklasseformat – weshalb man gerne auch darüber hinweg sieht, dass er einen kleinen Beschützer zwischen den Ohren beheimat- ist, gelingt es ihm leicht, Gott in seiner menschlichen Gestalt ausfindig zu machen.
Jedoch ist es der gehörnten Frau nicht mehr möglich, ihrem Göttergatten die Leviten zu lesen, denn er stirbt einen blutigen Tod in einer Seitengasse.
Als ob das nicht schon Schande genug für diese göttliche Familie ist, vermacht der Allmächtige auch einen einst an seine Frau verschenkten Planeten – man erahnt es schon, die Erde ist gemeint – an seinen Sohn, einem Taugenichts, der nur davon profitiert hat, dass Herr Papa nun das Zeitliche gesegnet hat.

Dies ist Grund genug, sich auf des Rätsels Lösung zu machen und herauszufinden, welches Spiel hier gespielt ist, was für gefiederte Wesen – keine Vögel – ihr Unwesen auf der Erde treiben und was ein Relokalisator namens Icarus, der sich gerne in einem Barbierladen herumtreibt, mit dem ganzen Geschehen zu tun hat.

Fazit:

Robert Rankin versucht es wieder einmal – nach seiner Elvis-Reihe und all den anderen humoristischen Parodien – und haut gewaltig auf dem Putz. An machen Stellen mag dies zu hart ausfallen, und schon ein wenig bröckeln aber insgesamt hält das Buch, was es verspricht – eine total verquere und beinahe schon zu durchgeknallte Story.
Mein Schutzengelblumenkohl und ich haben aber – zugegebenermaßen – ein paar Tränen gelacht.